Leichtathletik Marathon
Gebrselassie läuft Weltrekord, Mikitenko siegt

Der Äthiopier Haile Gebrselassie hat den 35. Berlin-Marathon gewonnen und seinen eigenen Weltrekord um 27 Sekunden unterboten. Auch Irina Mikitenko siegte mit deutschem Rekord.

Ihr Siegerlachen überstrahlte alles: Lauf-Idol Haile Gebrselassie mit einem Fabel-Weltrekord und Irina Mikitenko mit einem grandiosen deutschen Rekord krönten am Sonntag den 35. Berlin-Marathon. Der Äthiopier verwirklichte bei nahezu idealen äußeren Bedingungen seinen Traum und verbesserte seine eigene Bestmarke auf 2:03:59 Stunden. Damit war er beim dritten Berlin-Sieg in Serie 27 Sekunden schneller als beim Erfolg im Vorjahr (2:04:26).

Mikitenko erste deutsche Siegerin seit 13 Jahren

Die Wattenscheiderin Mikitenko wurde in 2:19:19 Stunden erste deutsche Berlin-Siegerin seit 13 Jahren, blieb 4:55 Minuten unter ihren 2:24:14 beim Sieg im April in London und als neunte Frau der Geschichte unter 2:20.

Trotz der Anstrengung fand Gebrselassie im Ziel sein markantes Lachen schnell wieder. "Alles war perfekt: das Wetter, die Tempomacher, die Zuschauer. Berlin ist meine Glücksstadt", sagte der 35-Jährige, der neben 130 000 Euro Prämie für den 26. Weltrekord seiner Karriere geschätzte 250 000 Euro Antrittsgage kassierte.

Verzicht auf Olympia zahlte sich aus

Dabei hatte er vor zwei Wochen wegen Wadenproblemen noch sieben Tage mit dem Training aussetzen müssen, weshalb er auch gestand: "Ich hatte leichte Zweifel." Doch letztlich zahlten sich die Konzentration auf das Projekt Weltrekord und der Verzicht auf den Olympiamarathon in Peking wegen der dort befürchteten Luftverschmutzung aus. Die 10.000m (Platz sechs) stellten sich als ideale Vorbereitung heraus. "Jetzt will ich 2009 in Berlin Weltmeister werden."

Der zweimalige 10 000-m-Olympiasieger schenkte der Veranstaltung den siebten Weltrekord seit 1973. Für ihn war es gar der 26. Weltrekord seiner Karriere. Falk Cierpinski (Spergau), Sohn des zweimaligen Marathon-Olympiasiegers Waldemar Cierpinski, wurde als bester Deutscher in soliden 2:13:30 Zehnter.

Zweiter Sieg im dritten Rennen für Mikitenko

Genauso glücklich wie Gebrselassie war Mikitenko nach ihrem Vorstoß auf Rang vier der der ewigen Weltbestenliste. Im dritten Marathon ihres Lebens feierte die 36-Jährige den zweiten Sieg nach London und Rang zwei im Vorjahr in London. "Heute ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Es gab keine Stelle, an der die Zuschauer nicht meinen Namen gerufen haben", sagte die gebürtige Kasachin, die ihrer Olympiaenttäuschung davonlief. Sie hatte wegen eines Beckenschiefstandes, der zu Rückenproblemen führte, die in den Fuß ausstrahlten, auf Peking verzichten müssen.

"Miki", die von Anfang an schneller lief als der Plan von Trainer und Ehemann Alexander vorsah ("Er wollte mich immer bremsen") kassierte 80 000 Euro Prämie und war trotz der Anstrengung nicht geschafft: "Ich habe immer noch das Gefühl, dass ich tanzen gehen kann."

Vierkampf um den Jackpot

Nun hat sie die Chance, den Jackpot der World Marathon Majors (WMM), der Champions League der Marathonläufe, zu knacken. Streitig machen können ihr das Geld nur noch die mit ihr in der Zwei-Jahres-Serie führende Äthiopierin Gete Wami, die chinesische Olympiadritte Chunxiu Zhou sowie Kenias Weltmeisterin Catherine Ndereba. Die letzten beiden Wertungsläufe finden in Chicago (12. Oktober) und New York (2. November) statt.

Der Berlin-Marathon ist das viertgrößte 42,195-km-Rennen der Welt nach New York, London, Chicago und vor Boston. Pünktlich um 9. 00 Uhr hatten Fußball-Bundestrainer Joachim Löw und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit die 40 000 gemeldeten Läufer auf die Strecke geschickt.

© SID

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