Leichtathletik Meeting
Speerwurf-Weltrekord beim Weltfinale in Stuttgart

Olympiasieger Barbora Spotakova stellte beim Weltfinale in Stuttgart mit 72,28 Metern einen neuen Weltrekord im Speerwurf auf. Asafa Powell gewann über 100m in 9,87 Sekunden.

Olympiasiegerin Barbora Spotakova hat beim Leichtathletik-Weltfinale in Stuttgart mit einem Speerwurf-Weltrekord überrascht. Die Tschechin versöhnte mit ihrem Wurf auf 72,28 Meter 18 500 frierende Zuschauer nach der krankheitsbedingten Absage von Stabhochsprung-Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa. In Abwesenheit von Olympiasieger Usain Bolt (Jamaika) gewann dessen Landsmann Asafa Powell trotz Temperaturen von nur 14 Grad die 100m in 9,87 Sekunden.

Gleich im ersten Versuch steigerte Spotakova die drei Jahre alte Bestmarke von Athen-Olympiasiegerin Osleidys Menendez aus Kuba um 58 Zentimeter und sicherte sich die 30 000 Dollar Siegprämie. Die Weltmeisterin aus Prag war seit ihrem Olympiasieg in Peking mit 71,42m Europarekordlerin gewesen. Am 21. August hatte sie mit dem letzten Wurf das Gold noch der Russin Maria Abakumowa (70,58) entrissen, die kurz zuvor ebenfalls Europarekord geworfen hatte.

"In Stuttgart habe bin ich dreimal gestartet und habe dreimal Bestleistung geworfen. Ich werde sehr gute Erinnerungen an dieses Stadion behalten. Schade, dass es dieses künftig für die Leichtathletik nicht mehr gibt", meinte die Tschechin angesichts der Tatsache, dass die Leichtathletik-WM-Arena von 1993 ab 2009 in ein reines Fußball-Stadion umgebaut wird.

Deutsche Werferinnen ohne Chance

Ohne Chance waren auch diesmal die Olympiadritte Christina Obergföll (Offenburg) als Zweite mit 63,28m (20 000 Dollar) und Europameisterin Steffi Nerius (Leverkusen) als Dritte mit 62,78m (12 000).

Dritter mit dem Diskus war zuvor der Berliner Olympia-Vierte Robert Harting mit 65,76m geworden. Nur Fünfte mit schwachen 69,72m wurde nach dem verpatzten Olympiastart Betty Heidler (Frankfurt), durfte sich aber mit 5 000 Dollar trösten. Insgesamt stehen in Stuttgart 18 Deutsche in den Startlisten.

Sogar 30 000 Dollar aus dem mit 2,14 Mill. gefüllten Prämientopf des Weltverbandes Iaaf erhielt wie alle Sieger Silke Spiegelburg, die nach dem Verzicht von Olympiasiegerin Issinbajewa überraschend den Stabhochsprung gewann. Mit 4,70m lag die Leverkusenerin höhengleich mit Ex-Weltmeisterin Swetlana Feofanowa (ebenfalls Russland), dann setzte sie sich im Stechen mit 4,67m durch.

Jelena Issinbajewa verringerte den Kreis der in Stuttgart startenden Peking-Olympiasieger auf 19. Tage zuvor hatte die Russin noch auf ihren 25. Weltrekord in Stuttgart gehofft. "Ich habe bis zuletzt alles versucht, aber mein Körper sagte einfach Nein. Zur Erkältung kamen Probleme mit dem Magen", sagte sie.

Powell, der am Vortag erklärt hatte, er halte in ferner Zukunft auch eine Zeit von 9,40 Sekunden für möglich, zeigte trotz feuchtkalter Witterung seine Extraklasse. Bei 0,4m Rückenwind blieb der Ex-Weltrekordler (Bestzeit 9,72) zum 23. Mal in seiner Karriere unter 9,90 Sekunden. Siebenmal rannte Powell bereits unter 9,80.

Lashawn Merritt gewinnt erneut gegen Wariner

400-m-Olympiasieger Lashawn Merritt hat drei Wochen nach dem Gold von Peking auch das Saison-Duell mit Vorgänger Jeremy Wariner gewonnen. Im letzten Wettkampf des Jahres feierte er in 44,50 zu 44, 51 Sekunden im siebten Rennen mit dem Rivalen den vierten Sieg.

Von acht Goldmedaillengewinnern von Peking verlor am ersten Tag nur über 100m Hürden Dawn Harper (USA), die in 12,67 nur Vierte wurde beim Sieg der Spanierin Josephine Onya (12,54). Zu den großen Siegern des ersten Tages gehörte mit glänzenden 2,35m im Hochsprung auch der Russe Andrej Silnow.

© SID

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