Leichtathletik Olympia
Friedek erwirkt einstweilige Verfügung gegen DLV

Nach einem Urteil des Sport-Schiedsgerichtes wird der DLV den Dreispringer Charles Friedek für Olympia vorschlagen. "Nun ist der Dosb am Zug", sagte DLV-Präsident Prokop.

Der frühere Dreisprung-Weltmeister Charles Friedek hat vor dem deutschen Schiedsgericht in Köln eine einstweilige Verfügung erwirkt. "Sie ist eine rechtliche Verpflichtung für den Deutschen Leichtathletik-Verband, ihn beim Deutschen Olympischen Sportbund zur Nominierung für die Sommerspiele in Peking vorzuschlagen. Nun ist der Dosb am Zug. Aber wir wollen gegen diese Vergügung gerichtlich vorgehen und die Nominierung nach Möglichkeit wieder zurückziehen", sagte am Sonntag DLV-Präsident Clemens Prokop dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Friedek, EM-Zweiter von München 2002, derzeit 29. der Weltrangliste 2008, hatte die doppelt geforderte Olympia-B-Norm von 17,00m beim Wettkampf am 25. Juni im niederrheinischen Wesel mit Sprüngen auf 17,04 und 17,00 zweimal erreicht. Der DLV pochte aber auf Erfüllung bei zwei Veranstaltungen, was aus seinen Nominierungsrichtlinien jedoch nicht eindeutig hervorging, wohl aber im Regelwerk so verankert ist.

Friedek vor seinen vierten Sommerspielen

Prokop, von Beruf Richter, glaubt, dass die einstweilige Verfügung im Widerspruch zum DLV-Regelwerk steht, das nicht komplett Inhalt der Nominierungsrichtlinien sei. In diesen wäre auch nicht eigens erwähnt, dass eine Leistung mit zuviel Windunterstützung nicht zähle.

Laut Prokop entschloss sich der DLV ohne Rücksprache mit dem Dosb zum Verfahren in der Hauptsache. Dieses Urteil, so Prokops Erwartung, kommt hinsichtlich der letztmöglichen Dosb-Entscheidung über die Nomnierung wohl zu spät. Bis Mittwoch, 23. Juli muss der Dosb Nachzügler beim Internationalen Olympischen Komitee melden. Theoretisch könne der Dosb die Nominierung später widerrufen.

Für Manuel Grahmann, Vorsitzender von Friedeks Team Referenzenetzwerk Leverkusen, ist erst einmal klar, dass Friedek am Montag darauf hoffen kann, für seine vierten Sommerspiele nominiert zu werden. "Der Richter hat klar festgestellt, dass Charles eindeutig die Nominierungskriterien erfüllt hat. Es gibt Signale vom Dosb, dass er Charles nominieren wird", sagt Grahmann, dem zufolge zuvor eine außergerichtliche Lösung mit dem DLV nicht zustande gekommen war.

Keine außergerichtliche Lösung

Dann muss der Dosb die letzten deutschen Nachzügler namentlich beim Internationalen Olympischen Komitee melden: "Der Richter hat klar festgestellt, dass Charles eindeutig die Nominierungskriterien erfüllt hat. Es gibt Signale vom Dosb, dass er Charles nominieren wird", sagt Grahmann, dem zufolge zuvor eine außergerichtliche Lösung mit dem DLV nicht zustande gekommen war.

Laut Grahmann stand früher explizit in den Nominierungsrichtlinien, man müsse die Norm bei zwei Wettkämpfen erfüllen. "Das hat der DLV rausgenommen, weil er beispielsweise Sprintern ermöglichen wollte, im Vor- und Endlauf die Zeit zu bringen."

Ähnlicher Fall bei Schwimmerin Vipa Bernhardt

Friedek klagte als zweiter deutscher Athlet gegen seine Nicht-Berücksichtigung für Olympia. Auch die Frankfurter Schwimmerin Vipa Bernhardt hofft, auf gerichtlichem Weg das Peking-Ticket zu erzwingen. Für sie müsste nach einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts Kassel die Athen-Olympiadritte Anne Poleska weichen, während Friedek keinen anderen Sportler verdrängt.

© SID

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