Leichtathletik WM
Durchwachsener WM-Auftakt für DLV-Athleten

Die deutschen Leichtathleten haben bei der Hallen-WM in Valencia eine durchwachsene Vorstellung abgeliefert. Kugelstoßer Peter Sack verpasste die Bronzemedaille deutlich.

Den Auftakt der Hallen-WM im spanischen Valencia haben sich die deutschen Leichtathleten sicherlich anders vorgestellt. Die Kugel von Europacupsieger Peter Sack landete nur bei 20,05m, wodurch der Leipziger die Chance auf die Bronzemedaille klar verpasste. Sein Pulver hatte der deutsche Meister mit 20,27m schon in der Qualifikation verschossen. "Diese Weite hätte im Finale wenigstens zu Platz sechs gereicht. Ich ärgere mich über diesen Wettkampf", meinte der Weltranglisten-Fünfte (20,88), der am Ende Achter wurde.

Die erste von 26 Goldmedaillen dieser WM, die fünf Monate vor Olympia mit 600 Teilnehmern aus 157 Ländern ein Rekord-Meldeergebnis verzeichnete, gewann wie 2004 in Birmingham der US-Amerikaner Christian Cantwell mit starken 21,77m vor Titelverteidiger Reese Hoffa. Über 60m triumphierten jeweils in Jahres-Weltbestleistung Angela Williams (USA) in 7,06 Sekunden und Olusoji Fasbua (Nigeria) in 6,51. Silber teilte sich der nach einer Dopingsperre erstmals wieder bei einer WM aufgetretene britische Staffel-Europameister Dwaine Chambers in 6,54 Sekunden mit 100-m-Ex-Weltmeister Kim Collins (St. Kitts und Nevis).

In Abwesenheit von Schwedens Olympiasiegerin Carolina Klüft gewann Hochsprung-Europameisterin Tia Hellebaut (Belgien) den Fünfkampf klar mit 4 867 Punkten (Jahres-Weltbestleistung). Sie meisterte dabei 1,99m und steht auch im Hochsprung auf der Startliste.

Sack trotz Enttäuschung zufrieden

Peter Sack, der in dieser Hallensaison 20,88m erzielt hatte, meinte trotz der Enttäuschung: "Das Erreichen des Endkampfs ist dennoch mein größter internationaler Erfolg. Bisher schied ich immer nur in Runde eins aus oder war verletzt, wenn es um Medaillen ging." Der Sachse galt als vager Medaillenkandidat im deutschen Team, das am Sonntag in Stabhochspringer Tim Lobinger (München), der auf 2,02m verbesserten Hochspringerin Ariane Friedrich (Frankfurt) und Kugelstoßerin Christina Schwanitz (Neckarsulm) seine größten Trümpfe besitzt.

Vor insgesamt fast 10 000 Zuschauern in Vormittags- und Abendsession im Velodromo Lluis Puig hatten zu diesem Zeitpunkt nur zwei der acht gestarteten deutschen Athleten das Finale erreicht. So zog der Tübinger Arne Gabius, Schützling von Olympiasieger Dieter Baumann, über 3000m als Vorlauf-Siebter in 7:59,48 Minuten in den Endlauf am Sonntag ein. Im Stabhochsprung schaffte neben Russlands Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa auch Anna Battke (Mainz/4,50m) den Finaleinzug. Dagegen strauchelte die deutsche Meisterin Julia Hütter (Bruchköbel) mit 4,35 in der Qualifikation.

Im Gegensatz zu Gabius scheiterten seine beiden Tübinger Vereinskameraden. Weitspringer Peter Rapp blieb als 14. der Qualifikation mit schwachen 7,59m um 44 Zentimeter unter seiner Bestleistung. Über 60m verpasste Marius Broening als Halbfinal-Vierter in 6,67 den Endlauf. Ähnlich als Fünfte U23-Europameisterin Verena Sailer (LAC Quelle Fürth/München) in 7,28. Über 1500m schieden Carsten Schlangen (Berlin) um einen Platz (3:41,54 Minuten) und Christoph Lohse (Wattenscheid/3:42,25) als Fünfter aus.

Im Zentrum vieler Diskussionen stand Staffel-Europameister Dwain Chambers, den das Nationale Olympische Komittee Großbritanniens bei den Sommerspielen in Peking nicht am Start sehen möchte. In den letzten Jahren hatte der britische Leichtathletik-Verband den 29-Jährigen nach seiner Dopingsperre aus dem Kontrollsystem gestrichen. "Valencia ist mein Olympia, da mir keiner die Garantie gibt, dass ich im Sommer in Peking laufen kann", meinte der in den Skandal um das amerikanische Doping-Labor Balco verwickelt gewesene Brite.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%