Mannschaften kräftig durcheinander gewirbelt
Rückkehr aus der Eiszeit

Nach 15 Monaten Pause startet die National Hockey League am Mittwoch in eine neue Ära. Drastische Änderungen in der Kostenstruktur sollen die nordamerikanischen Eishockey-Profiliga auf eine wirtschaftlich sichere Basis stellen. Um Fans anzulocken, änderte die NHL die Regeln, so dass ein offensiveres Spiel möglich ist.

OTTAWA. Nachdem die gesamte Saison des Vorjahres einem Arbeitskampf zum Opfer gefallen war, tragen alle 30 Mannschaften heute ihr erstes Spiel der Saison 2005/2006 aus. Jarome Iginla, der Star der Calgary Flames, brennt darauf, wieder aufs Eis zurückzukehren. „Ich kann es kaum erwarten, dass es los geht“, sagt er. Nach der langen Pause seien die Batterien „mehr als wieder aufgeladen“.

Nach dem letzten Finalspiel der Playoff-Serie am 7. Juni 2004, das die Flames 1:2 gegen die Tampa Bay Lightning verloren, war die Eiszeit zu Ende: NHL-Clubs und Spielergewerkschaft konnten sich nicht auf einen neuen Rahmenvertrag verständigen. Die Clubs forderten Obergrenzen für Spielergehälter, die Spielergewerkschaft NHLPA lehnte ab. Die Clubs sperrten im September 2004 die Spieler aus und sagten im Februar die ganze Saison ab.

Als im Juli eine Einigung erzielt wurde, jubelten die Clubeigentümer. Jetzt gibt es einen Gehaltsbudgetrahmen von 21,5 Mill. bis 39 Mill. Dollar. Die Spielergehälter werden auf 54 Prozent der Gesamteinnahmen der Liga, die auf zwei Milliarden Dollar geschätzt werden, begrenzt. Vorher waren es nach Angaben der Eigentümer bis zu 75 Prozent. Vorbei sind die Zeiten, in denen Clubs wie die New York Rangers ein Gehaltsbudget von 70 bis 80 Mill. US-Dollar hatten.

Die Mannschaften wurden kräftig durcheinander gewirbelt. Etwa ein Viertel der 1 000 Spieler der Saison 2003/2004 tragen die Farben eines anderen Clubs. „Ich muss manchmal immer noch nachsehen, wer wo spielt“, sagt der Manager der Minnesota Wild, Doug Risebrough. Durch die neuen Rahmenbedingungen konnten auch Klubs aktiv werden, die sich bisher keine teuren Profis leisten konnten. NHL-Chef Gary Bettman verkündet bereits „eine leuchtende Zukunft“ für die Liga.

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