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Meister sorgt sich um die Bundesliga-Zukunft

Trotz des verlustpunktfreien Durchmarschs seines Vereins Grün-Weiß Mannheim in der Tennis-Bundesliga sorgt sich Teamchef Gerald Marzenell um die Zukunft. In der Saison 2006 soll es einschneidende Reformen geben.

In den Jubel von Gerald Marzenell mischten sich auch trübe Gedanken. Der verlustpunktfreie Durchmarsch seines Vereins Grün-Weiß Mannheim in der Tennis-Bundesliga 2005, der vierte Titel nach 1922, 1993 und 1996 und ein Zuschauerschnitt von 4 000 pro Heimspiel konnten den Teamchef nicht darüber hinwegtrösten, dass die Saison 2006 einschneidende Reformen mit sich bringt, auf die sich nicht alle Beteiligten und Betroffenen freuen. Vierer- statt Sechserteams - damit weniger Matches - und ein so genannter Champions-Tiebreak im dritten Satz sollen die Spielzeit verkürzen, die Liga für Besucher und Medien kalkulierbarer machen und die Kosten der Vereine senken.

Nachteil für den Nachwuchs

Alles zu Lasten der deutschen Nachwuchsspieler, das findet jedenfalls Marzenell, dessen Verein im Gegensatz zur Konkurrenz überwiegend auf Einheimische setzt: "Junge Leute, die jetzt an Position fünf oder sechs spielen und einen erheblichen Anteil am Erfolg haben, sitzen demnach künftig ohne Matchpraxis auf der Bank. Ihnen bricht eine wichtige Einnahmequelle weg und Erfahrung sammeln sie auch keine."

Unterstützung bekommt der frühere Bundesligaspieler von prominenter Stelle. Dirk Hordorff, Trainer und Manager von Rainer Schüttler und Mannheims souveräner Nummer eins Lars Burgsmüller, bezeichnet die Reform als einen "Rückschritt für den Sport, weder zielgerichtet noch ergebnisorientiert".

Reform zunächst nur Pilotprojekt

Zunächst ist die Reform der Bundesliga nur ein Pilotprojekt für 2006. Dabei wird unter anderem auch die so genannte "Top 50"-Regel außer Kraft gesetzt, die besagt, dass nur die Spieler eingesetzt werden dürfen, die beim Saisonstart nicht zu den ersten 50 der Welt gehören. Gespielt wird mit Vierer-Mannschaften in vier Einzeln und zwei Doppeln (bisher sechs Einzel und drei Doppel).

Ändern wird sich nicht nur der Modus sondern auch das Gesicht der Bundesliga, die im kommenden Jahr wieder von neun auf zehn Mannschaften aufgestockt wird. Deshalb gibt es 2005 nur einen Absteiger, den TC Max Aicher Piding, für den die beiden Aufsteiger Erfurter TC Rot-Weiß und der TV Reutlingen nachrücken. Im Gegensatz zu diesem Jahr soll es 2006 maximal zwei Freitag-Spieltage geben, grundsätzlich wird sonntags gespielt.

© SID

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