Mourinho feuert scharf gegen Ex-Bayern-Coach Hitzfeld
Kampf gegen die Statistik

Erst einmal hat der FC Bayern im Europapokal einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt - gegen Chelsea soll es wieder gelingen.

MÜNCHEN. Der verbalen Kriegsführung fehlte es nicht an Phantasie. Während Chelseas Kapitän John Terry sein bayerisches Gegenüber Michael Ballack mit der Wortneuschöpfung "serial diver" (zu deutsch etwa: regelmäßiger Schwalbenproduzent) bedachte, feuerte sein Trainer José Mourinho sogar gegen Bayerns Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld. Ohne ihn namentlich zu nennen, polemisierte er in der portugiesischen Zeitung "Dez Record": "Es gibt Trainer, die könnten arbeiten, haben aber keine Lust, weil sie das Leben als Parasit erfüllt. ... Geh endlich arbeiten, du fauler Sack!" Hitzfeld hatte Mourinho als menschliche Enttäuschung bezeichnet.

Die zentrale Frage jedoch ging im Radikal-Ballyhoo ein wenig unter: Wie kann es der FC Bayern schaffen, gegen den als derzeit stärkste Mannschaft Europas gehandelten FC Chelsea das 2:4 aus dem Hinspiel aufzuholen, um doch noch ins Halbfinale der Champions League einzuziehen? Die Statistik spricht gegen die Münchner: 303 Europapokalspiele haben die Bayern in den vergangenen 43 Jahren bestritten, aber nur einmal konnten sie einen Zwei-Tore-Rückstand aufholen: Am 7. Dezember 1988 gelang das "Wunder von Mailand", als die Münchner bei Inter 3:1 gewannen und so die 0:2-Hinspielniederlage wettmachten.

Bayerns Trainer Felix Magath stellte am Tag vor dem Showdown (20.45 Uhr, live in Sat 1) dennoch Optimismus zur Schau. "Im Hinspiel, wo wir einen schlechten Tag hatten, haben wir zwei Tore gemacht", referierte Magath, und da man diesmal einen besseren Tag erwischen werde, "sollte das genügen, um gegen Chelsea weiterzukommen".

Trotz der zwei erzielten Tore an der Stamford Bridge gelang es den Münchnern im Hinspiel nicht, sich eine Torchance herauszuspielen. Entsprechend knifflig ist es, Schwachstellen bei Chelsea zu finden. Im Hinspiel bildete Glen Johnson die einzige, auf der rechten Position der Vierer-Abwehrkette verlor er phasenweise die Orientierung - nicht nur in jener Situation, als er im eigenen Strafraum einen hohen Flankenball mit der Brust stoppte, nach hinten stolperte und dann verfolgte, wie sich Zé Roberto weigerte das Geschenk anzunehmen. Darüber hinaus wird es schwierig, Sollbruchstellen im Spiel des Gegners zu entdecken. Speziell die Verbindung Lampard/Makelele im Zentrum vor der Abwehr hat sich als exzellentes Zerstörungselement erwiesen. Frank Lampard, von dem Mourinho zu sagen pflegt, er sei "der kompletteste Spieler der Welt", bringt zudem Impulse nach vorne; gradlinig, uneitel. Bisweilen, wie im Hinspiel, schießt er auch Tore.

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