Nach Skiunfall
Die Welt bangt um Schumi

Nach seinem Skiunfall schwebt der Rekord-Weltmeister weiter in Lebensgefahr. Die Ärzte diagnostizierten „weitverbreitete Verletzungen“ im Gehirn. Gut, dass sich Schumacher in Grenoble in besten Händen befindet.
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GrenobleNach seinem Skiunfall schwebt der Rekord-Formel-1-Weltmeister weiter in Lebensgefahr. Der Zustand von Michael Schumacher sei unverändert kritisch, hieß es auf einer Pressekonferenz am Montag. Im Gehirn hat er nach Angaben seiner Ärzte „weitverbreitete Verletzungen“ erlitten. Sein Zustand sei „außerordentlich ernst“. Schumacher wurde ins künstliche Koma versetzt. Eine weitere Operation sei zunächst nicht vorgesehen. Zu den Überlebenschancen den Weltmeisters wollten sich die Ärzte auf Nachfrage nicht äußern. Derzeit würden keinerlei Vorhersagen über den weiteren Verlauf angestellt, es werde nur beurteilt: „Wir sprechen noch nicht über Spätschäden, sondern konzentrieren uns allein auf die akute Behandlung und denken von Stunde zu Stunde. Wir versuchen, Zeit zu gewinnen.“

Die Ärzte sprechen in Bezug auf den Unfall von einem „mächtigen Aufprall“ mit „hoher Geschwindigkeit“. Dass trotz des Helmes sehr schwere Kopfverletzungen festgestellt worden seien, spreche für eine enorme Geschwindigkeit. Aus Rücksicht auf Schumachers Familie, die in Grenoble vor Ort ist, würden keinerlei anatomische Details veröffentlicht. Kurz nach dem Unfall sei Schumacher „aufgeregt und verwirrt“ gewesen. „Er konnte nicht auf Fragen antworten und hat keine normalen Reaktionen gezeigt“, teilte das Ärzteteam mit. Die Ärzte sprachen von Blutergüssen und Prellungen im Gehirn.

Die Familie des Ex-Rennfahrers bedankte sich für die riesige Anteilnahme nach dem Unfall. „Wir möchten die Medien zudem bitten, unsere Privatsphäre und die unserer Freunde zu respektieren und bedanken uns für ihre Unterstützung“, hieß es in einer Mitteilung, die Managerin Sabine Kehm im Namen der Familie verbreitete. Dank richtete die Familie auch an die Ärzte, die Schumachers schwere Kopfverletzungen in Grenoble behandeln. „Wir wissen, dass sie alles Mögliche tun, um Michael zu helfen.“

Der Kerpener war am Sonntag fünf Tage vor seinem 45. Geburtstag beim Skifähren in Méribel verunglückt. Er war mit dem Kopf auf einen Felsen geprallt. Ohne Helm hätte er wohl keine Chance gehabt, hieß es von Seiten der Ärzte.

Wenige Minuten nach dem Unfall waren die ersten Rettungskräfte vor Ort. Nach Angaben des Leiters der Skistation war Schumacher zu diesem Zeitpunkt noch ansprechbar. Zur weiteren Behandlung wurde der Ex-Rennfahrer in ein Krankenhaus in Grenoble verlegt. Bei seiner Ankunft lag er im Koma. Noch in der Nacht wurde er notoperiert, er liegt nun im künstlichen Koma.

Das Trauma-Zentrum der Klinik von Grenoble zählt zu den besten Einrichtungen dieser Art in Frankreich. Das 2007 gegründete Zentrum am Fuße der Alpen nimmt jährlich rund 1200 Verletzte auf. Jeder Fünfte davon ist ein Opfer von Bergunfällen – im Winter Ski- oder Snowboard-Unfälle, im Sommer Abstürze beim Bergsteigen oder Wandern.

Das hochspezialisierte Trauma-Zentrum, in dem Neurochirurgen, Radiologen, Anästhesisten und weitere Ärzte zusammenarbeiten, ist Teil der Uni-Klinik von Grenoble (CHU) und des Klinik-Unfall-Netzes Nord-Alpen (RENAU). In der diesjährigen Krankenhaus-Rangliste des Magazins „Le Point“ belegten die Trauma-Notaufnahme und die Neurochirurgie von Grenoble den Platz Zwei in ganz Frankreich.

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Apropos geheuchelte Anteilnahme: Laut Insiderinformationen gibt es zum Unglück auch erste besorgte Stimmen von den Vertretern der Versicherungsbranche (PKV). Die Patientenversorgung stehe im Mittelpunkt der unternehmerischen Entscheidungen. Eine hochwertige medizinische Versorgung wäre „im Einzelfall und auf Dauer nicht kosteneffizient“ und würde die Aussicht auf den Gewinn für das I. Quartal 2014 „negativ belasten“. Laut Risikomanagement wäre es „dringend zu empfehlen, den Patienten unverzüglich neu einzustufen, damit die bereits erfolgten Maßnahmen das Geschäftsziel nicht beeinträchtigen.“

    Selbstverständlich sind sich alle Versicherungen über ihre moralische Verantwortung bewusst und wünschen den Patienten die bestmögliche medizinische Versorgung und alles Gute. Allerdings sind Versicherungen auch nur Unternehmen und handeln nach eigenen Vorgaben und Ermessen.

    Womit wir wieder bei den eigentlichen Themen sind, über die das Handelsblatt berichten sollte. News über Stars und Sternchen sollten die Verantwortlichen doch bitte der Boulevardpresse überlassen. Ich habe kein Interesse, ein „Handelsblatt“ zu lesen, um darin Informationen über Skiunfälle zu erhalten, die für die Wirtschaft ohne Bedeutung sind. Wenn die Anzahl solcher Artikel weiterhin zunimmt, ist das ein Beleg und schlechtes Zeichen dafür, dass die Damen und Herren aus der Redaktion ihre Zielgruppe aus den Augen verloren haben.

    Es reicht mir langsam mit der Zensur im chinesischen Stil in Beiträgen mit völlig belanglosen Inhalten, die nichts mit Handel zu tun haben. Natürlich wird auch dieser Beitrag wieder zensiert bzw. gelöscht, was lediglich die Flucht der Leserschaft beschleunigt. Vor allem sollte das Handelsblatt sachlich bleiben, statt Beiträge aus der BILD-Zeitung zu übernehmen, die sich selten auf Fakten stützen.

    Also dann, schnelle und kostengünstige Besserung! Menschen sind eben auch nur Zahlen.

  • @Recovery 14.20h

    Das kann man nicht besser ausdrücken!
    Vielleicht war es auch die Arroganz des "MIR passiert sowieso nichts, denn ICH bin ja der Herr über die Geschwindigkeit!"
    Das kann eben manchmal furchtbar schiefgehen.

    Ich wünsche Michael Schumacher und seiner Familie alles erdenklich Gute und die körperliche und mentale Kraft, das alles durchzustehen!

    (Das furchtbare Erlebnis, auf einer Intensivstation hilflos und in blanker Angst um einen nahen Angehörigen herumzustehen, kann ich gut nachvollziehen, das hatten wir in diesem Jahr auch für mehrere Wochen.)



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