NHL-Finanzen
Amerikas Eishockeyklubs geraten ins Stolpern

Die Stars der Eishockey-Profi-Liga NHL wechseln derzeit nur selten den Club. Die Manager scheuen im Moment teure Neuverpflichtungen. Weil sich die Sponsoren zurückziehen, sinken die Einnahmen - und die Zukunftsängste der Eishockey-Manager nehmen zu.

OTTAWA. Die Teams der nordamerikanischen National Hockey League (NHL) stehen „Todesängste“ aus, wenn sie auf die übernächste Saison 2010/11 blicken. So beschreibt der Generalmanager der Toronto Maple Leafs, Brian Burke, die Stimmung in der besten Eishockeyliga der Welt.

Deutlich wurde dies, als die Frist für Neuverpflichtungen für die Playoff-Runden um den Stanley-Cup ablief. Die Klubs scheuten sich, teure Spieler mit langlaufenden Verträgen einzukaufen, weil im kommenden Jahr die Wirtschaftskrise voll auf die NHL durchschlagen könnte.

Bis zum vergangenen Mittwoch konnten sich die Vereine auf dem Transfermarkt nach neuen Spielern umsehen, um sich für den Endspurt der regulären Saison oder die Playoffs im April zu verstärken.

In den vergangenen Jahren gab es in den letzten Minuten noch Transaktionen, die bei den Fans Aufsehen erregten – wie der Slowake Marian Hossa und der französische Nationaltorwart Cristobal Huet. Zwar haben seit Mittwoch 47 Spieler einen neuen Verein. Aber es waren unspektakuläre Wechsel, und nur drei Spieler haben einen Vertrag über die kommende Saison hinaus erhalten. Die meisten Manager halten sich zurück. Sie fürchten, dass nach der nächsten Saison die Etats für die Profi-Gehälter sinken könnten. „Jeder Spieler, der einen Vertrag über die kommende Saison hinaus hat, ist nicht attraktiv“, sagt Burke.

Die Obergrenze für Gehälter („Salary Cap“) war der Kernpunkt im Arbeitskampf zwischen Spielern und Klubs, dem die gesamte Saison 2004/05 zum Opfer fiel. Am Ende konnten sich die Vereine durchsetzen. Entsprechend den Einnahmen der Liga gibt es nun festgelegte Unter- und Obergrenzen für deren Gehaltslisten. In der Saison 2005/2006 durfte ein Klub nicht mehr als 39 Mio. US-Dollar für die Spielergehälter ausgeben.

Mit zunehmenden Einnahmen der Liga stieg auch die Gehaltsgrenze. Für die jetzige Saison liegt die Bandbreite für jeden der 30 Klubs zwischen 40,7 Mio. und 56,7 Mio. US-Dollar – über sechs Mio. mehr als noch ein Jahr zuvor. Zwar muss sich die NHL auf die Wirtschaftskrise in den USA und Kanada einstellen, aber die Auswirkungen auf die Budgets halten sich noch in Grenzen: Ihre Saisonkarten und Luxussuites hatten die Vereine bereits vor dem Einbruch der Wirtschaft im September verkauft und auch die Sponsorengelder schon weitgehend eingenommen.

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