Olympia 2014
Putins Spiele

Mit vollem persönlichen Einsatz hat Russlands Präsident Putin die Olympischen Winterspiele 2014 in seinen Urlaubsort Sotschi geholt. Die nötige Infrastruktur fehlt dort bisher fast vollständig. An ihrem Aufbau werden die üblichen Verdächtigen verdienen.

HB DÜSSELDORF. Der russische Präsident Wladimir Putin freut sich: „Das ist eine Wertschätzung unserer wachsenden Möglichkeiten“, sagte er zu der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die Winterspiele 2014 in der südrussischen Stadt Sotschi auszurichten. Er sei zuversichtlich, dass Russland Olympische Spiele auf „allerhöchstem Niveau“ austragen werde.

Um das zu schaffen, muss in der Region in den verbleibenden gut sechs Jahren noch viel passieren. Der Präsident räumt selbst ein, dass noch viele Probleme mit der Infrastruktur und Umweltfragen zu lösen sind. „Vor uns liegt eine große, aber zugleich auch angenehme Arbeit“, sagte Putin.

Sotschi hatte sich gegen die beiden Konkurrenten Salzburg und die südkoreanische Stadt Pyeongchang durchgesetzt, obwohl es nicht eine einzige fertige Wettkampfstätte vorweisen kann. Die Anlagen bestehen bisher nur als Computer-Animationen. In dem in den Bergen über Sotschi gelegenen Skiresort Krasnaja Poljana fehlt es noch an allem: Hotels, Restaurants und vor allem Pisten. Derzeit gibt es dort nur einen einzigen Skilift-Betreiber, der Touristen in abenteuerlich alten Sesseln über die Abgründe befördert.

Rund 1,5 Milliarden Dollar will die Stadt in der Region investieren. Insgesamt wollen Staat und Privatinvestoren rund 12 Milliarden Dollar in die Infrastruktur pumpen. Um die Fahrt in die Skigebiete reibungslos zu organisieren, sollen eine Schnellbahn und eine neue Straße gebaut werden, die sich auf einer kühnen Konstruktion durch die schmalen Täler winden wird.

Putin wird das Mammutprojekt nach bewährten Rezept dirigieren: Der Staat gibt die Richtung vor, und die Russland AG folgt. Alu-Oligarch Deripaska hat den Flughafen gekauft und wird gut 1,5 Milliarden Dollar in den Ausbau stecken. Vor einem Jahr hat er ein ehemaliges Sanatorium in ein Fünf-Sterne-Hotel verwandeln lassen. Bis zu 2500 Dollar kostet dort eine Übernachtung. Auch Interros-Chef Wladimir Potanin und der Energieriese Gazprom investieren bereits in das Projekt Olympia.

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