Olympia Dosb
München bewirbt sich offiziell um Olympia 2018

Die Mitgliederversammlung des Dosb hat sich ohne Gegenstimme für eine Bewerbung Münchens um die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2018 ausgesprochen. Anfang 2009 müssen die Bewerbungsunterlagen eingereicht werden.

Deutschland schickt München in das Rennen um die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2018. Die Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb) sprach sich in Hamburg ohne Gegenstimme für eine Bewerbung der bayrischen Landeshauptstadt aus.

Die bayrische Landeshauptstadt, 1972 bereits Gastgeber von Sommerspielen, wäre die erste Stadt, die Sommer- und Winterspiele ausrichtet. Münchens Partner bei der Bewerbung sind Garmisch-Partenkirchen, 1936 einziger deutscher Gastgeber für Winterspiele, und die Bob- und Rodelbahn am Königssee. Die Bewerbungskosten von 30 bis 35 Mill. Euro für die "Spiele im Herzen" sollen aus der Wirtschaft kommen. Laut Münchens Oberbürgermeister Christian Ude gibt es bereits feste Absichtserklärungen von mehreren Großunternehmen.

Bach: "Überzeugende Initialzündung"

"Bund, Region und der Sport wollen die Olympischen Winterspiele 2018. Jetzt müssen wir alle für eine überzeugende Bewerbung arbeiten. Wenn wir so begeistert sind wie heute, werden wir auch international eine Chance haben", sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble.

Dosb-Präsident Thomas Bach sprach von einer "überzeugenden Initialzündung. Wir haben keinen Anlass, an ein Scheitern zu denken." Zugleich warnte der IOC-Vizepräsident aber: "Der Weg ist lang und wird nicht einfach, gerade deshalb sind wir auf diese große Geschlossenheit angewiesen."

Die Bewerbungsunterlagen müssen bis 2009 eingereicht werden. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) legt 2010 in einer Vorauswahl die Kandidaten fest, Mitte 2011 wird der Olympiagastgeber 2018 durch die IOC-Vollversammlung gekürt. München ist der erste offizieller Bewerber. Interesse bekundet haben unter anderem Tromsö (Norwegen), Are/Östersund (Schweden), Reno im US-Bundesstaat Nevada sowie erneut Pyeongchang (Südkorea). "Es hat jedoch keinen Sinn, auf die Konkurrenz zu schauen, München muss auf seine eigenen Stärken setzen", sagte Bach.

München wirbt mit Präsentation für Unterstützung

Die Bayern hatten in der Hamburger Handelskammer in einer halbstündigen Präsentation für die Unterstützung der Delegierten geworben. "Olympische Winterspiele in Deutschland wären fantastisch", rief Ski-Doppel-Olympiasiegerin Rosi Mittermaier ihnen zu. "Bitte, bitte stimmen sie alle mit ja."

Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein, der im Vorfeld den Aufstand der nicht berücksichtigten Orte Inzell, Ruhpolding und Oberstdorf für beendet erklärt hatte, rieb sich nach dem Votum die Hände: "Man hat gespürt, dass alle an einem Strang ziehen. Damit haben wir Rückenwind für ein gemeinsames Projekt. Jetzt geht es an die Arbeit."

Erste Machbarkeitsstudie liegt bereits vor

Eine erste Machbarkeitsstudie vom Planungsbüro Albert Speer liegt bereits vor, doch bis zur Entzündung des Olympischen Feuers ist es noch ein weiter Weg, wie auch OB Ude bemerkte: "Vor uns liegt noch eine enorme Wegstrecke."

München will beim IOC mit Nachhaltigkeit und dem Geist der Sommerspiele 1972 punkten. Zahlreiche Sportstätten von damals sollen genutzt werden, so sollen zum Beispiel die Curlingwettbewerbe in der Olympiaschwimmhalle stattfinden. "Es sind Anlagen, die einst für Olympische Spiele gebaut wurden und immer noch lebendig sind. Das ist ein weltweites Alleinstellungsmerkmal des Olympiaparks", meinte Wilfrid Spronk, Chef des Parks und Olympiakoordinator der Stadt.

Andere Themen der Versammlung im Hintergrund

Alle anderen Themen der 3. Dosb-Mitgliederversammlung wurden durch die Olympiaentscheidung in den Hintergrund gedrängt. Bei zehn Enthaltungen wurden die veränderten Förderrichtlinien des neuen Leistungssportkonzepts beschlossen, mit denen der weitere Abfall aus den Spitzenplätzen in der Medaillenwertung spätestens 2012 in London gestoppt werden soll.

Als Athletenkandidatin wurde Degenfechterin Claudia Bokel für eine Kandidatur um eine IOC-Mitgliedschaft nominiert. Sie möchte in Peking drittes deutsches IOC-Mitglied neben Vize Thomas Bach und Ex-NOK-Präsident Walther Tröger werden. Die Wahl zur Athletenkommission erfolgt durch alle rund 10 000 Teilnehmer an den Sommerspielen 2008, vier Plätze werden frei.

Brand Trainer des Jahres

Die Auszeichnung Trainer des Jahres ging an Handball-Bundestrainer Heiner Brand, erste Hochschule des Spitzensports ist die Technische Fachhochschule Berlin (TFH). Schatzmeister Hans-Peter Krämer legte den Haushalt vor, der ein Minus von 3,3 Mill. Euro im Jahr 2006 aufweist. Für 2007 wird nochmals ein Verlust von einer Million erwartet, für 2008 erstmals ein Überschuss von 250 000 Euro.

Vorgestellt wurde der Deutsche Sportausweis, der auf freiwilliger Basis von den Vereinen ausgegeben werden kann und für den es bereits über 1,5 Mill. Interessenten gibt. Bach: "Damit hat jedes Mitglied etwas in den Händen, was ihn mit seinem Dachverband verbindet."

© SID

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