Olympia
Intel steigt zum IOC-Großsponsor auf

Das IOC hat einen Coup gelandet: Chiphersteller Intel wird neuer Partner und Olympia-Sponsor. Dem Sport-Komitee war zuletzt ein Großsponsoren abgesprungen. Intel aber sieht vor allem technische Möglichkeiten.
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MünchenWenn der mächtigste Mann des internationalen Sports und der Boss des größten Chipherstellers der Erde gemeinsam eine Bühne betreten, dann muss es um wichtige Dinge gehen. Und so war es auch an diesem Mittwochmorgen in New York. Thomas Bach, der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), durfte in der US-Metropole den 13. Top-Sponsor der Organisation präsentieren. Intel-Chef Brian Krzanich wiederum erläuterte, wie der Halbleiterhersteller aus dem Silicon Valley die Olympischen Spiele technisch aufrüsten möchte.

„Wir passen perfekt zusammen“, freute sich Bach auf einer Pressekonferenz. In der Tat, Intel ist für das IOC ein Segen. Einerseits, weil dem IOC nicht der beste Ruf voraus eilt und es trotz der Zuschauerreichweite und der wirtschaftlichen Erfolgsversprechungen nicht ganz selbstverständlich ist, dass sich neue Sponsoren auf internationalem Niveau finden. McDonald’s hat seinen Vertrag letzte Woche vorzeitig beendet, nach 41 Jahren. In zahlreichen Städten, darunter Hamburg und München, hat sich die Bevölkerung zudem zuletzt gegen Olympische Spiele ausgesprochen. Dass die Sponsorenphalanx des IOC sich in der Folge nicht auflöst, dürfte für Erleichterung sorgen.

Andererseits will das IOC mit Hilfe modernster Technik die Spiele näher an die Zuschauer weltweit heran bringen. Dabei soll der weltweit wichtigste Halbleiterhersteller helfen. „Es geht nicht um die Technik an sich, wir wollen vielmehr ein ganz neues Erlebnis bieten“, betonte Krzanich. Dafür will er die Drohnen aus hauseigener Produktion einsetzen, aber auch Aufnahmetechnik der sogenannten Virtual Reality sowie den modernsten Übertragungsstandard 5G.

Intel hat sich als Sponsor bis ins Jahr 2024 verpflichtet. Zu finanziellen Details äußerten sich die Partner nicht. Experten gehen aber davon aus, dass Intel weit über 100 Millionen Euro für vier Jahre hinlegt, also für Sommer- und Winterspiele. Die nächsten Spiele gehen kommendes Jahr im koreanischen Pyeongchang über die Bühne. Der Wintersportort hat sich einst gegen München durchgesetzt.

Von den 13 Top-Sponsoren des IOC stammt etwa die Hälfte aus den USA. Das ist nicht weiter überraschend, weil Amerika der größte TV-Markt für Olympia ist und sich die US-Firmen besondere Aufmerksamkeit von ihrem Engagement versprechen. Deutsche Firmen gehören nicht zu den großen Geldgebern der in Lausanne ansässigen Organisation.

Es ist nicht der erste, aber der bislang bedeutendste Vorstoß von Intel im Sportsponsoring. So unterstützt die Firma aus dem Silicon Valley  bereits das International Cricket Council (ICC) und die Major League Baseball (MLB). Auch beim Superbowl dieses Frühjahr war Intel in Szene getreten, dem Finale der amerikanischen Football-Meisterschaft. Mit 300 beleuchteten Drohnen sorgte der Konzern für Furore während des Pausen-Auftritts der Sängerin Lady Gaga.

Die nächsten Olympischen Sommerspiele finden in Tokio 2020 statt, die darauf folgenden Ausrichter der Sommerspiele sind dann Paris und Los Angeles. Andere Bewerber gab es allerdings auch gar nicht.

Anmerkung: In der ersten Fassung des Textes wurden mehrere Unternehmen als Sponsoren des IOC geführt. Diese waren jedoch Partner des USOC und in dieser Form als Sponsoren abgesprungen. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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