Olympia IOC
Witt: "Auf Menschen zugehen und ihnen zuhören"

Katarina Witt ist seit Montag das Gesicht von "München 2018". Die Eiskunstlauf-Ikone möchte vor allem die Bevölkerung einbinden, erklärte die 44-Jährige im Interview mit dem SID.

Katarina Witt hat sich als neue Frontfrau des Bewerbungsteams für die Olympischen Winterspiele 2018 in München vor allem zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung einzubinden. Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) verleiht die 44-Jährige vor allem dem Wunsch Nachdruck, den "gemeinsamen Traum von Olympia im eigenen Land zu erfüllen".

SID: "Frau Witt, seit Montag sind Sie 'München 2018'. Wie gehen Sie mit dieser neuen Herausforderung um?"

Katarina Witt: "Zuerst muss ich mal sagen, dass ich vielleicht das bekannteste Gesicht in unserem Team bin, aber dass wir von Anfang an alle engagiert und toll zusammengearbeitet haben. Ich scheue mich vor keiner Verantwortung, ich bin ja schon längere Zeit Kuratoriums-Vorsitzende und seit Vancouver 2010 verstärkt international für die Bewerbung im Einsatz. Jetzt werde ich mich auch auf nationaler Ebene mehr einbringen." SID: "Was heißt das genau?"

Witt: "Wir müssen vor allem die Bevölkerung einbinden und alles daran setzen, unseren gemeinsamen Traum von Olympia im eigenen Land zu erfüllen. Es ist wichtig, allen Gesprächspartnern immer auf Augenhöhe zu begegnen. Zum Glück ist Deutschland eine große Sportnation mit vielen begeisterten Sportfans. Ich hoffe, alle Herzen für den Traum Olympia zu öffnen."

SID: "Welche Botschaft richten Sie an die Bürger in Garmisch-Partenkirchen?"

Witt: "Die Politik muss die große Aufgabe in Garmisch angehen. Auch dort muss man vor allem den Menschen zuhören und ihre Probleme ernst nehmen."

SID: "Sehen Sie München 2018 nach all den Querelen der letzten Wochen noch auf dem richtigen Weg?"

Witt: Ja, absolut. Wir haben schon sehr viel Positives auf den Weg gebracht. Unser Mini-Bid-Book hat sehr gute Bewertungen erhalten, nicht zuletzt deshalb sind wir ja auch Candidate City geworden. Wir müssen jetzt die Bevölkerung ins Boot holen, wir müssen auf die Menschen zugehen und ihnen zuhören. Alleine kann man eine so große Aufgabe nicht bewältigen."

SID: "Registriert und wertet das IOC die internen Probleme in den Bewerberstädten?"

Witt: "Natürlich nimmt das IOC die Probleme vor Ort wahr, aber auf nationaler Ebene legt man darauf natürlich ein größeres Augenmerk als im Ausland. Das IOC sieht vor allem die technische Seite der Bewerbung: Wie ist die Infrastruktur, wie ist das Umweltkonzept, wie ist das Athletendorf, wie sind die Wege. In all diesen Punkten sind wir bislang hervorragend bewertet worden. Man darf auch nicht vergessen, dass jede Bewerberstadt immer ihre eigenen nationalen Belange hatte, die es intern zu klären galt. Da hält das IOC sich raus."

SID: "Was treibt Sie bei Ihrem großen Einsatz für München 2018 an?"

Witt: "Ich hatte als kleines Mädchen immer Olympia vor Augen. Für mich ist der Traum wahr geworden, und ich sehe ihn nun auch in den Augen unserer Nachwuchssportler. Für diese jungen Athleten wäre es das Größte, sich diesen Traum im eigenen Land zu erfüllen. Ich möchte die Emotionen der Menschen für Olympia in Deutschland wecken. Olympia ist nun mal etwas Großes, etwas Einzigartiges, das Allergrößte für jeden Athleten. Das in unser Land zu holen, ist unser Ziel, und daran werden wir alle gemeinsam weiter mit aller Kraft arbeiten."

© SID

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