Olympia Peking
Medaillengewinner zu Gast bei Kanzlerin Merkel

Angela Merkel hat rund 80 olympische und paralympische Medaillengewinner empfangen. Die Kanzlerin dankte den Athleten: Sie hätten Deutschland bei den Spielen gut repräsentiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bestaunte die Medaillen, scherzte über die Nachtruhe im Olympischen Dorf und übersah trotz des vielen Lobes die Schwachpunkte nicht: Bei einem einstündigen Empfang von rund 80 Medaillengewinnern der Sommerspiele und der Paralympics im Kanzleramt in Berlin dankte die Regierungschefin am Mittwoch der deutschen Mannschaft für ihre Erfolge in Peking. Dort hatte es bei Olympia 41 Medaillen, darunter 16 goldene (Rang fünf in der Nationenwertung) und bei den Paralympics 59 darunter 14 goldene (Platz elf) gegeben.

"Es hat Licht und Schatten gegeben."

"Sie haben Deutschland als begeisterungsfähiges, starkes und fröhliches Land dargestellt", sagte Merkel und stellte zugleich fest: "Es hat Licht und Schatten gegeben. Sie haben erlebt, dass nicht nur in Deutschland hart trainiert wird." In diesem Zusammenhang betonte sie, dass "wir auch in Zukunft die großen Sportarten wie Schwimmen und Leichtathletik nicht fahren lassen wollen. Da gibt es was zu tun."

Doch die wichtigste Botschaft des Tages war ihr Bekenntnis zur Sportförderung durch den Bund. Als Dosb-Präsident Thomas Bach eine Grundsatzentscheidung anmahnte, ob Deutschland auch in Zukunft im Medaillenspiegel in der Spitze dabei sein wolle oder sich mit Mittelmaß zufrieden gibt, meinte Merkel: "Die Grundsatzentscheidung Mittelmaß kann es nicht geben. Dann wären wir in Kürze schlecht. Wir müssen entscheiden, dass wir in der Spitze dabei sein wollen."

In Anwesenheit von Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, deren Häuser den größten Teil der öffentlichen Sportförderung von 2008 (217 Mill. Euro) geben, lud Merkel die Athleten anschließend zum persönlichen Gespräch in die Galerie ihres Amtssitzes ein. "Mich würde brennend interessieren, wie es im Olympischen Dorf so zugeht und ob man nachts seine Ruhe findet. Vielleicht habe ich ja eine falsche Vorstellung von Gruppenreisen."

Merkel zum Ehrenmitglied ernannt

Thomas Bach hatte die Kanzlerin zuvor zum Ehrenmitglied des deutschen Teams ernannt und ihr einen Medaillenanzug von Peking überreicht. Merkel war nicht zu den Sommerspielen oder den Paralympics gereist. Bundespräsident Horst Köhler war bei der Eröffnungsfeier der Spiele der Behinderten. Er hatte die deutschen Athleten auch im Vorfeld nach Peking verabschiedet.

Für die größte Heiterkeit des Nachmittags sorgte Kanu-Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin in ihrer Ansprache, als sie mit Blick auf Bankenkrise und Börsencrash scherzhaft meinte: "Ich weiß gar nicht, ob es sinnvoll ist, so viel Gold hier ins Kanzleramt zu bringen." Paralympics-Goldgewinner Michael Teuber (Radsport) sprach in seiner Peking-Bilanz von einem "Signal für mehr Toleranz für Menschen mit Behinderung", das von den Spielen der Behinderten ausgegangen sei.

© SID

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