Olympia Peking
"Schlafender Riese" China gibt sich bescheiden

China gibt sich vor Beginn der olympischen Spiele bescheiden. Zwar stellen die Gastgeber das größte Team, ein konkretes Medaillenziel geben die Chinesen aber nicht aus.

Gastgeber China gibt sich am Vorabend der Eröffnung der 29. Sommerspiele asiatisch bescheiden - die Sportwelt erwartet trotzdem den Aufstieg Chinas zur größten Sportnation. Offiziell sind aber nicht Medaillen und Triumphe das Ziel, sondern Freundschaft und Sportsgeist. "Wir haben nie ein konkretes Medaillenziel ausgegeben. Aber für alle Disziplinen gilt, dass wir Fortschritte gemacht haben", sagte Cui Dalin, stellvertretender Leiter des Amtes für Körperkultur und Sport.

Erstmals alle Sportarten besetzt

Doch mit der größten Mannschaft ihrer Olympia-Geschichte klotzen die Chinesen. Insgesamt 639 Athleten treten beim Heimspiel an, erstmals werden alle 28 Sportarten besetzt. Damit bietet China noch 40 Athleten mehr auf als die USA, Experten erwarten trotz der Zurückhaltung auch die Machtübernahme der Chinesen im Medaillenspiegel.

Aus allen 31 Provinzen des Riesenreiches kommen die chinesischen Sportler. Mit durchschnittlich 24,4 Jahren ist das Team ein wenig älter als das vor vier Jahren in Athen (23,3), 156 Athleten waren aber auch in Griechenland schon dabei. 37 starteten bereits in Sydney 2000.

Und alle sollen ihrem Land Ehre machen. "Alle Chinesen freuen sich auf die Leistungen ihres Teams. Aber wir glauben, nicht nur die gute Leistung auf dem Spielfeld zählt, es geht mehr um Verständigung und Freundschaft der Athleten sowie die Förderung des olympischen Geistes", sagt Cui Dalin ebenso viel- wie nichtssagend.

Auch Basketball-Millionär Yao Ming verkörpert für die Sportführer diesen Geist, wie schon in Athen ist er deshalb Fahnenträger seines Landes. Und die ganze Mannschaft soll vor allem sauber sein. Verstärkte Kontrollen, Prävention und verbesserte Zusammenarbeit mit dem Umfeld der Athleten geben die Chinesen als oberste Maßnahmen an.

Mill. in Kaderschmieden gesteckt

Seit Jahren steckt China Mill. in seine Sportentwicklung. Das Geld fließt unter anderem in das staatliche Sportsystem mit 400 im Land verteilten Sportschulen, die die Kaderschmieden sind. Zudem wurden ausländische Trainer wie der deutsche Kanu-Meistercoach Josef Capousek verpflichtet, der sechs Wochen vor Olympia überraschend seinen Hut nehmen musste. Geblieben sind aus Deutschland unter anderem Angelika Bahmann, Kanu-Olympiasiegerin von 1972, die die Slalom-Kanuten betreut, und Ringer-Coach Wolfgang Nitschke.

Bislang lagen Chinas traditionelle Stärken im Tischtennis, Badminton, Turnen und Wasserspringen. Aber der Aufwärtstrend in Sportarten wie Rudern, Kanu, Boxen, Schießen oder Beachvolleyball ist unverkennbar. In Peking wird sich zeigen, wohin die Anstrengungen geführt haben. Cui Dalin: "Alle haben sich gewissenhaft vorbereitet. Wir freuen uns auf Fortschritte entsprechend des jeweiligen Niveaus."

63 Medaillen wurden 2004 gewonnen. Mit 32 Goldmedaillen belegte China damals Rang zwei im Medaillenspiegel hinter den USA (36 Gold/102 Medaillen insgesamt), aber noch vor Russland (27 Gold/92).

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%