Olympia Sportpolitik
München präsentiert Logo für 2018

Die Stadt München hat 628 Tage vor der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 ihr Logo präsentiert. "Das Rennen kann beginnen", sagte Dosb-Präsident Thomas Bach.

Bis zur Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 sind es noch knapp 21 Monate, doch seit Freitag darf München im Zeichen des M auch offiziell um die Ausrichtung kämpfen. "Jetzt geht"s los. Das Rennen kann beginnen, jetzt müssen wir loslegen, voller Temperament, voller Leidenschaft", sagte Dosb-Präsident und IOC-Vizepräsident Thomas Bach 628 Tage vor der Wahl des Ausrichters durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) am 6. Juli 2011 im südafrikanischen Durban.

Seit Freitag ist die bayerische Landeshauptstadt mit ihren Partnern Garmisch-Partenkirchen und Berchtesgadener Land/Königssee zunächst "applicant city", Konkurrenten sind Pyeongchang/Südkorea und Annecy/Frankreich. Zum Auftakt des Dreikampfs stellte "München 2018" in großem Rahmen und vor zahlreicher Prominenz aus Politik, Gesellschaft und Sport zunächst das Bewerbungs-Logo vor. Es zeigt ein blaues, geschwungenes M, das an die Bergsilhouetten der Alpen sowie an das Zeltdach des Münchner Olympiaparks erinnert.

"Ab heute gibt's uns"

"Heute ist Geburtstag, heute ist der Startschuss, ab heute gibt's uns", sagte "München 2018"-Geschäftsführer Richard Adam bei der Präsentation in Sichtweite des Olympiaparks. Ab sofort können München und seine Konkurrenten in die Werbe-Offensive gehen. Bis zum 15. März 2010 muss auch die erste Bewerbungs-Broschüre ("mini bid book") beim IOC vorgelegt werden. Danach würde die Bewerbung den Status einer offiziellen Kandidatur erlangen. München müsste dafür dann auch 500 000 Dollar "Teilnahmegebühr" entrichten.

Die Vorstellung des Bewerbungs-Logos wird nach Ansicht von Bach auch Auswirkungen auf die Finanzsituation der Bewerbung haben. "Ich denke, dass einige Sponsoren, die in der Pipeline sind, jetzt bald rauskommen werden", sagte der Dosb-Präsident. Zuletzt hatten die Gesellschafter von "München 2018" wie der Freistaat Bayern und die Stadt München 2,7 Mill. Euro an "Überbrückungshilfen" bereitstellen müssen, damit die Bewerbung nach dem Ausbleiben von einplanten Sponsorengeldern nicht ins Stocken gerät.

Bewerbung soll in Schwung kommen

Nun aber soll die Bewerbung so richtig in Schwung kommen. "Sport, Begeisterung und Nachhaltigkeit", nannte Bach am Freitag im "Doppelkegel" von Sponsor BMW als "die drei entscheidende Faktoren, die drei Punkte", die München bis zur Entscheidung im Juli 2011 in den Vordergrund stellen sollte. Er betonte auch: "Ich will keine Illusionen wecken. Das wird ein ganz hartes Rennen." Wie Rio bei seiner erfolgreichen Kandidatur für die Sommerspiele 2016 müsse nun auch München "Sachkunde, Leidenschaft und Emotionen verbinden".

Zum Lieblingswort der Verantwortlichen hat sich mittlerweile der trockene Begriff "Nachhaltigkeit" entwickelt. "Nachhaltigkeit ist das inhaltliche Schmuckstück der Bewerbung", betonte etwa der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude. Der Olympiapark, der für die Sommerspiele 1972 geschaffen wurde, seitdem ein Publikumsmagnet ist und auch bei den Spielen 2018 im Zentrum stehen soll, sei "das Sinnbild für Nachhaltigkeit", ergänzte er. Nachhaltig soll auch das ambitionierte Umweltkonzept sein.

Guten Mutes im Dreikampf mit Pyöngchang und Annecy

Ude ist im Dreikampf mit Pyöngchang und Annecy guten Mutes. München, Bayern und Deutschland lösten bei den Entscheidungsträgern des internationalen Sports "positive Erinnerungen" aus, will der OB bei vielen Gesprächen herausgehört haben. Dass die Sommerspiele vor 37 Jahren auch vom Attentat palästinensischer Terroristen auf die israelische Olympiamannschaft überschattet wurden, "lastet man uns nicht an, was mich sehr erleichtert", ergänzte Ude: "Wir haben sehr viel Sympathie und treffen auf keine Vorbehalte."

Da sich nur drei Städte um die Ausrichtung der Spiele 2018 bewerben, ist davon auszugehen, dass alle drei am 2. Juli 2010 auch den Status einer "candidate city" erhalten. München und seine zwei Konkurrenten müssen dann bis zum 11. Januar 2011 eine zweite, sehr umfangreiche Bewerbungs-Broschüre ("bid book", ca. 500 Seiten zu 17 Themenkomplexen) beim IOC einreichen. Im Februar und März 2011 wird die Evaluierungskommission des IOC die Kandidaten vor Ort unter die Lupe nehmen.

© SID

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