Olympia Sportpolitik
Politiker unterstützen München 2018

Das Münchner Bewerbungskomitee für Olympia 2018 kann auf Unterstützung der Politik bauen. Sowohl die Bundesregierung als auch die Bayerische Staatskanzlei sichern Rückhalt zu.

Die Münchner Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 hat erneut Unterstützung von der Bundesregierung und von der Bayerischen Staatskanzlei erhalten. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) bekräftigte auf einer Veranstaltung des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb) zur Gesundheitsprävention in Berlin die Position der Regierung. Man rede hier über die vorbeugende Wirkung von Sport. Aber der Sport brauche auch Vorbilder. Dazu zählten Olympische Spiele. Deshalb stehe er hinter der Bewerbung München 2018. Das habe er am Montag auch vor 30 Gesundheitsministern aus aller Welt erklärt, die in Berlin über Strategien der Gesundheitsversorgung berieten, so Rösler.

Siegfried Schneider, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, hat die Bewerbung unterdessen gegen Kritik verteidigt. "Sie versuchen, ein paar Randthemen hochzuziehen. Wenn es wirklich um die Umwelt geht und man nicht idiologische Spielchen betreibt, muss man feststellen, dass Olymische Spiele mit diesem Konzept die schonendsten sind", entgegnete der CSU-Politiker den Olympia-Gegnern am Dienstag im Landtag bei der von der FDP-Fraktion initiierten Ministerbefragung "Olympia-Bewerbung 2018 - Vorteile für Bayern".

Schneider verteidigte das Umweltkonzept der Münchner Bewerbung als "weltweit anerkannt" ebenso wie das Budget. "Die Kosten sind gut durchgerechnet, man kann davon ausgehen, dass die Zahlen in etwa so eintreten. Es wird aber immer ein Restrisiko geben. Das müssen der Freistaat, die Landeshauptstadt und der Bund mittragen", sagte er.

Über Finanzierung wird noch verhandelt

Die 215 Mill. Euro, die der Freistaat Bayern im Falle des Zuschlags für München zuschießen will, teilen sich laut Schneider so auf: 100 Mill. Euro kostet das Mediendorf, "das danach den Münchner Wohnungsmarkt entlastet", 60 Mill. sind für Sportstätten vorgesehen, 40 Mill. für das Umweltkonzept und 15 Mill. Euro für die Paralympics. Außerdem sei man "mit dem Bund in Verhandlungen, dass wir Sonderzuschüsse brauchen, wenn wir den Zuschlag für Olympia bekommen. Es gibt Signale der Bundesregierung, dass es adäquate Mittel geben wird." Schneider sprach von einem "Zusatzsondertopf von 500 Millionen".

All diese Investitionen rechnen sich laut Schneider. "Die Olympischen Spiele sind fast wie ein Konjunkturpaket für Straßenbau und Infrastruktur", sagte er. Bei einem Zuschlag im Juni 2011 sieht er ein "Wertschöpfungspotenzial für die Region von 500 Mill. Euro". Olympia biete die "Chance, Investitionen in größerem Maße und schneller bewerkstelligen zu können".

Kritik von den Grünen

Die Grünen, die sich auf ihrem Bundes-Parteitag am vergangenen Wochenende gegen die Bewerbung ausgesprochen hatten, attackierten indes die bayerische Koalition aus CSU und FDP. "Es ist schon ein ziemlich absurdes Verfahren, wenn die FDP den Minister der eigenen Koalitionsregierung befragen muss, um damit einen Beschluss der grünen Bundespartei zu geißeln", sagte Ludwig Hartmann, der sich zuletzt als einer der vehementesten Olympia-Gegner profiliert hatte.

Der Landtagsabgeordnete der Grünen wehrte sich zudem gegen das Image des Fundamentalkritikers. "Wir sind nicht gegen jede Großveranstaltung, sondern gegen eine ökonomisch und ökologisch höchst zweifelhafte Bewerbung. Aber wir sehen es sportlich: Immerhin ehrt es uns ja, wenn sich die Koalition sogar in der seltenen Disziplin schwarz-gelben Eistanzes üben muss, nur weil sie unbedingt mit den Grünen Schlitten fahren will."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%