Profiliga
Handballer zielen auf den US-Markt

Zwei deutsche Unternehmer planen eine amerikanische Profiliga im Handball. Ein Mammutprojekt. Denn in den USA ist die Sportart noch völlig unbekannt. Trotzdem gibt es angeblich bereits prominente Investoren. Wird Deutschland jetzt Weltmeister im Sport-Export?

KÖLN. Es ist ein Mammut-Projekt, dessen ist sich Ralf Uhding bewusst. "Das ist die größte sportliche Herausforderung, die man sich vorstellen kann", sagt der Bauunternehmer aus dem niedersächsischen Fredenbeck. Uhding will den Handball in die USA exportieren - in den größten Sportmarkt der Welt. Dort plant der 48-Jährige eine Profiliga und hofft auf finanzkräftige Investoren. Angeblich erwägen sogar die US-Unternehmen Google und Facebook, sich mit eigenen Teams zu beteiligen.

Entwicklungshilfe soll auch die deutsche Handball-Bundesliga (HBL) leisten, die stärkste Liga auf dem Globus. Uhding sitzt sowohl im HBL-Aufsichtsrat als auch im Board of Directors des Verbands USA Teamhandball (USATH).

Ein ambitioniertes Unterfangen: Handball ist in den Vereinigten Staaten etwa so bekannt wie in Deutschland Boßeln oder Kricket, es gibt vielleicht tausend aktive Sportler. Lange besaß der US-Handball nicht einmal einen international anerkannten Dachverband. Das hat sich vergangenes Jahr geändert. Seither amtiert ein immigrierter Deutscher als Präsident eines neuen Verbands: Horst-Dieter Esch. Ein großer Name in den USA - Esch verkaufte kürzlich seinen Anteil an der renommierten New Yorker Modelagentur Wilhelmina. Nun widmet der 66-Jährige seine Freizeit seinem Lieblingssport. "Er lebt jetzt für den Handball", sagt Uhding, der in den 80er-Jahren für den VfL Fredenbeck in der Bundesliga spielte.

Die Aktivitäten von Esch stießen in Deutschland zunächst auf Skepsis. Der Unternehmer hatte in den 80er-Jahren für Schlagzeilen gesorgt, als er mit dem Baumaschinen-Konzern IBH pleite ging. Das sei nun Vergangenheit, sagt Uhding. "Dieter ist ein geachteter Geschäftsmann in der ganzen Welt und besitzt viele Kontakte zu den Medien. Das nutzt er jetzt für den Handball."

Esch verbucht bereits erste Erfolge: Nach Informationen des Handelsblatts haben die US-Unternehmen Facebook und Google Interesse, in die geplante US-Liga zu investieren. "Das stimmt, beide Firmen wollen eine eigene Profi-Mannschaft aufbauen", bestätigt Uhding. Facebook und Google waren für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen.

Seite 1:

Handballer zielen auf den US-Markt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%