Radsport Doping
Contador-Experte kritisiert Kölner Labor

Im Dopingfall Alberto Contador hat der vom Toursieger beauftragte Wissenschaftler Dr. Douwe de Boer das Kölner Wada-Labor kritisiert. Die Analyseverfahren seien zu empfindlich.

Der von Toursieger Alberto Contador beauftragte Wissenschaftler Dr. Douwe de Boer hat im Dopingfall des Spaniers das Kölner Wada-Labor wegen seiner Analysemethoden kritisiert. Der Niederländer bemängelte in seiner Expertise das viel zu empfindliche Testverfahren, da der bei Contador festgestellte Wert von 50 Pikogramm an Clenbuterol 180-mal unter dem Wert liege, der erst eine Leistungssteigerung ermögliche. De Boer zeigte dabei eine lange Liste von Beispielen auf, in denen Lebensmittel mit Clenbuterol kontaminiert sind.

Contador hatte den positiven Dopingtest, der vom zweiten Ruhetag (21. Juli) der Tour de France in Pau stammt, mit verunreinigtem Fleisch zu erklären versucht. Er habe ein Stück Kalbsfilet gegessen, das ein Bekannter des Teamkochs aus dem spanischen Irun mitgebracht habe. Dieses sei mit dem Kälbermastmittel Clenbuterol verunreinigt gewesen.

In dem Report von de Boer werden ferner die Werte von Contador vor und nach der positiven Probe dargestellt. So waren beim Madrilenen am 19. und 20. Juli keine Spuren von Clenbuterol zu finden, am besagten 21. Juli dann 50 Pikogramm, einen Tag später nur noch 20 und danach gar nichts mehr.

"Szenario einer versehentlichen Einnahme"

"Die Kenntnis von kontaminierten Lebensmitteln in Spanien und die Tatsache, dass heutzutage Clenbuterol in äußerst geringen Mengen nachgewiesen werden kann, macht offensichtlich, dass in diesem besonderen Fall das Szenario einer versehentlichen Einnahme von Clenbuterol durch den Verzehr von Fleisch sehr wahrscheinlich ist", heißt es in dem Bericht.

In der niederländischen Zeitung NRC Handelsblad sagte de Boer ergänzend, dass ein Sportler der Gelackmeierte sei, wenn er nur ein Molekül Clenbuterol in seinem Körper habe. "Wir haben eine Phase erreicht, in der wir wissen, dass das wissenschaftlich gesehen Unsinn ist", sagte de Biochemiker, der für das niederländische Radteam Vacansoleil als Antidopingberater tätig ist.

© SID

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