Radsport Doping
Doping wird in Spanien künftig härter bestraft

Spanien verschärft den Kampf gegen Doping. Am Donnerstag brachte das spanische Parlament ein Gesetz auf den Weg, nach dem Doping dann als krimineller Tatbestand bewertet und mit Haftstrafen belegt wird.

Das spanische Parlament hat am Donnerstag ein neues Anti-Doping-Gesetz auf den Weg gebracht, das innerhalb der kommenden sechs Monate in Kraft treten soll. Hintergrund ist der spanische Radsportskandal um unter Dopingverdacht geratene Stars wie Jan Ullrich und Ivan Basso. Im Gegensatz zur momentanen Gesetzeslage wird Doping dann als krimineller Tatbestand bewertet. Dopingsündern drohen Haftstrafen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren.

Da die Drogenfahnder aber in erster Linie an der Entlarvung der Drahtzieher und Lieferanten interessiert sind, können die Gefängnisbußen für erwischte Sportler reduziert werden, wenn sie mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten. Die Hintermänner sollen zudem durch Berufsverbote und Lizenzentzüge für immer aus dem Verkehr gezogen werden.

"Ein großer Schritt vorwärts"

"Das ist ein großer Schritt vorwärts. Das Prinzip der Null-Toleranz wird in diesem Land Realität. Sportler unterstützen dieses Gesetz, denn auch die Verursacher werden ins Gefängnis wandern. Dass Doping kriminalisiert wid, macht es einfacher, legal dagegen vor zu gehen", sagte Spaniens Sportminister Jaime Lissavetzky.

Künftig wird eine spanische Anti-Doping-Agentur eingesetzt, die für landesweite Kontrollen zuständig ist. Die Mitglieder der Agentur können bei allen Wettbewerben und auch unangemeldet im Training Bluttests durchführen. Die Verweigerung einer Kontrolle wird als krimineller Tatbestand angesehen.

Im Rahmen der Razzia "Operacion Puerto", bei der im Mai angeblich auch Blutkonserven von Ullrich entdeckt wurden, ermitteln die spanischen Fahnder wegen Verstößen gegen das Arzeneimittelgesetz und gegen die Anti-Drogenbestimmungen in erster Linie gegen den Madrider Arzt Eufemiano Fuentes und Rennstallbesitzer Manolo Saiz.

Die angeblich in den Skandal verwickelten Radprofis sind lediglich als Zeugen geladen, da zum jetzigen Zeitpunkt in Spanien Doping kein juristischer Strafbestand ist. Der Königliche Spanische Radsportverband Rfec musste seine Ermittlungen gegen 28 einheimische Fahrer vorerst aussetzen, da die Ergebnisse der Zivilermittler vor Abschluss eines juristischen Verfahrens nicht anderweitig verwendet werden dürfen.

© SID

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