Radsport Doping
Schweizer Ermittlungen gegen Ullrich gehen weiter

In der Schweiz werden die Ermittlungen gegen Jan Ullrich entgegen anders lautender Aussagen des Geschäftsführers von Swiss Cycling unbeirrt fortgeführt. An der Sachlage habe sich nichts geändert.

Die unabhängige Schweizer Fachkommission für Doping setzt ihre Ermittlungen gegen Jan Ullrich im Zusammenhang mit der spanischen "Operacion Puerto" unbeirrt fort. Als "klares Missverständnis" bezeichnete der zuständige Sachbearbeiter Bernhard Welten Aussagen des Geschäftsführers von Swiss Cycling, Lorenz Schläfli, der in der Frankfurter Allgemeinen die Einstellung des Verfahrens angekündigt hatte.

Sachlage unverändert

"Das stimmt in keiner Weise, und ich allein bin für den Fall zuständig", sagte Welten dem sid. An der Sachlage habe sich nichts geändert. Er warte in Abstimmung mit dem Rad-Weltverband UCI weiter auf die Zusendung weiterer Unterlagen aus Spanien und Deutschland: "Ich hoffe sehr, dass ich sie bis Mitte Januar erhalte, wie mir über die UCI avisiert wurde."

Auch ohne zusätzliche Dokumente könne aber von der Einstellung der Ermittlungen keine Rede sein: "Ich werde das "Dossier Ullrich" in jedem Fall an die Disziplinarkammer von Swiss Olympic (Schweizer (Olympisches Komitee, d.Red.) weitergegeben, und zwar mit einer Empfehlung." Diese könne "keine Sanktionen" lauten, aber auch "lebenslange Sperre", weil Ullrich bei einem Schuldspruch als Wiederholungstäter gelten würde. Zu einer Tendenz wollte er keine Aussage treffen.

"Befinden uns im Privatrecht"

Welten hatte bereits vor einigen Wochen bekräftigt, dass die Auflage des Gerichts in Madrid, wonach die Untersuchungsergebnisse der "Operacion Puerto" vorerst nicht verwertet werden dürften, aus Schweizer Sicht nur für das Strafrecht gelten könne: "Wir aber befinden uns im Privatrecht."

Der ehemalige T-Mobile-Star untersteht dem eidgenössischen Sportgericht, weil er seinen Wohnsitz in der Schweiz hat. Auch sein Austritt aus dem Radsportverband Swiss Cyling mit Rückgabe seiner Profilizenz hat daran aus Sicht der Dopingkommission und der UCI nichts geändert.

Der 33-Jährige, einziger deutscher Tour-Sieger 1997, war von T-Mobile einen Tag vor Beginn der Frankreich-Rundfahrt 2006 von der Startliste genommen worden. Er ist noch immer auf der Suche nach einem neuen Team.

© SID

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