Radsport Doping
Spanien kürzt Ausgaben im Anti-Doping-Kampf

Im Zuge der weitreichenden Sparmaßnahmen hat die spanische Regierung angekündigt, weniger Geld für die nationale Anti-Doping-Agentur (AEA) zur Verfügung zu stellen.

Ausgerechnet die spanischen Doping-Jäger müssen den Gürtel künftig enger schnallen. Im Zuge weitreichender Sparmaßnahmen hat die Regierung angekündigt, weniger Geld für die nationale Anti-Doping-Agentur (AEA) zur Verfügung zu stellen. Das Sports Council (CSD) muss 2011 mit 14,5 Mill. Euro weniger auskommen, deshalb wird das Budget der AEA um 2,7 Prozent gekürzt.

Die von Sportminister Jaime Lissavetzky angekündigten Maßnahmen wurden von der Opposition heftig kritisiert. "In welches Licht rückt das den spanischen Anti-Doping-Kampf? Denn das passiert in dem Moment, in dem der Präsident des Radsport-Weltverbandes unseren Anti-Doping-Kampf in Zweifel zieht", sagte Oppositionspolitiker Miguel Dominguez der Sporttageszeitung Marca. Laut Lissavetzky würde die Arbeit der AEA durch die Kürzungen aber nicht beeinflusst.

Albert Soler, Generaldirektor des CSD, kündigte bei einer Doping-Konferenz derweil an, dass die Dopingfahnder bei fünf spanischen Radprofis die Kontrollen verstärken werden, "weil es bei ihnen eine Serie von ungewöhnlichen Parametern gab". Namen wollte Soler nicht nennen, verneinte aber, dass Alberto Contador einer der betroffenen Sportler sei.

Vier spanische Dopingfälle in jüngster Zeit

Bei der am Sonntag beendeten Straßenrad-WM wurden insgesamt vier spanische Dopingfälle bekannt. Für den spektakulärsten Fall hatte Tour-de-France-Sieger Contador gesorgt. UCI-Präsident Mcquaid hatte Spanien daraufhin schon ein "Doping-Problem" unterstellt und den Iberern vorgeworfen, den Kampf gegen Doping offenbar nicht ernst zu nehmen.

Der spanische Staatsminister für Sport, Jaime Lissavetzky, reagierte auf diese Vorwürfe scheinbar gelassen. "Das Problem ist bei uns nicht größer oder kleiner als im Rest der Welt", sagte Lissavetzky und betonte: "Es gibt bei uns den politischen Willen und den echten Wunsch, den Kampf gegen Doping fortzusetzen."

Neben Contador waren die dreimalige Mountainbike-Weltmeisterin Margarita Fullana, der Vuelta-Zweite Ezequiel Mosquera und David Garcia positiv getestet worden.

© SID

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