Radsport
Jan Ullrich gibt Profilizenz ab

Mit sofortiger Wirkung hat Jan Ullrich seinen Austritt aus dem Schweizer Radsportverband Swiss Cycling erklärt. Der unter Dopingverdacht stehende 32-Jährige will damit offensichtlich ein Verfahren vor der Disziplinarkammer in Bern und eine mögliche Sperre verhindern.

NEUSS. Mit dem Austritt aus dem Verband unterliegt der Wahl-Schweizer nicht mehr der dortigen Sportgerichtsbarkeit. Er verliert allerdings auch ab sofort seine Profilizenz. In einer auf seiner Hompage und von der Berliner Agentur WEDO am Donnerstag verbreiteten Erklärung teilte der Toursieger von 1997 mit: „Dieser Austritt aus dem Verband bedeutet nicht, dass ich meine Karriere beende. Es bestehen Kontakte zu anderen Radsportverbänden wegen einer Lizenz 2007.“ Sein Manager Wolfgang Strohband bestätigte, Ullrich wolle seine Radsport-Karriere fortsetzen. Es gebe „mehrere Kontakte zu ProTour-Teams“.

Auf seiner Homepage beschwerte sich Ullrich außerdem bitter über „tägliche Lügengeschichten in den Medien“ und dankte seinen Fans für erwiesene Solidarität. „Ich kann Euch nicht oft genug sagen, wie viel mir eure Unterstützung bedeutet. Etwas Schöneres kann es für einen Sportler nicht geben, denn diese Tage waren/sind nicht gerade leicht für mich“, schrieb der frisch vermählte und um die Hüften etwas rundlich gewordene Ullrich, den die „Sport-Bild“ vor seinem Haus in Scherzingen auf der Schweizer Seite des Bodensees in sportlicher Freizeitkleidung bei der Müllentsorgung ablichtete. „Die Fotografen haben auf der Lauer gelegen“, sagte Strohband.

Weiter schrieb der ehemalige T-Mobile-Kapitän an die Adresse seiner Fans: „In letzter Zeit habe ich mich selten bei Euch gemeldet, da ich diese schwierige Situation selbst gar nicht begriffen habe und auch noch gar nicht richtig verarbeiten konnte. So etwas steckt man nicht einfach so weg. Es ist auch wirklich schwer für mich, täglich Lügengeschichten über mich in den Medien zu lesen. Um nicht verrückt zu werden, kann und will ich nicht jede Veröffentlichung über meine Person kommentieren.“

„Mit Genugtuung“ hat Ullrich, der am 18. Juni zum letzten Mal im Rennen im Sattel saß, auf die Nachricht reagiert, dass gegen den Italiener Ivan Basso vorerst kein Verfahren eingeleitet wurde. „Ivan und ich waren bekanntlich die Topfavoriten der diesjährigen Tour.

Leider sind wir aus dem Rennen genommen und an der Ausübung unseres Sports gehindert worden.“ Mit dem Giro-Gewinner, der sich am Mittwoch von seinem dänischen CSC-Team getrennt hatte, hat Ullrich „in den vergangenen Wochen, die für uns beide nicht leicht waren, immer Kontakt gehalten. Jetzt freue ich mich als einer seiner größten sportlichen Rivalen, dass der Spuk für ihn vorbei ist“. Ullrich: „Monate harten Trainings und der Schmerzen sind plötzlich umsonst gewesen, weil auf der Grundlage von Gerüchten und einer beispiellosen Hetzjagd eine presseöffentliche Vorverurteilung stattgefunden hat. Sein Freispruch kann uns allen Mut machen.“

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