Radsport National
Stapleton schließt baldigen T-Mobile-Rückzug aus

Trotz der neuesten Doping-Schlagzeilen ist ein Rückzug des T-Mobile Team kein Thema: "Die dunkle Vergangenheit ist kein Grund, an der Zukunft dieses Teams zu zweifeln", sagte Teamchef Bob Stapleton.

Für Rennstall-Chef Bob Stapleton ist ein Rückzug des T-Mobile-Teams im Jahr 2008 ausgeschlossen. "Die dunkle Vergangenheit ist kein Grund, an der Zukunft dieses Teams mit seinen jungen und vielversprechenden Athleten zu zweifeln", sagte der Kalifornier dem Sport-Informations-Dienst (sid). Für die nächste Saison wurden Verträge mit 29 Fahrern abgeschlossen.

Dagegen hält der frühere Sportmarketing-Chef Jürgen Kindervater den Ausstieg des Hauptsponsors für überfällig. "Man muss die Reißleine ziehen, sonst nimmt das Unternehmen Schaden - wenn es nicht schon Schaden genommen hat", erklärte einer der Gründungsväter des Teams Telekom von 1992, der das Haus Ende 2002 verlassen hatte. "Das Verhältnis ist nur noch ein Gekrampfe und eine Herumeierei und keine Lokomotive mehr für das Image des Konzerns."

"Keine Diskussionen über eine Beendigung des Engagements"

Stapleton geht allerdings nicht davon aus, dass der Telekom-Vorstand bis 2010 laufenden Sponsorenvertrag aufkündigen wolle: "Natürlich haben beide Seiten die jüngsten Berichte über die Dopingaktivitäten durch die Freiburger Teamärzte und Fahrer bis 2006 mit Betroffenheit zur Kenntnis genommen. Es hat aber keine Diskussionen über eine Beendigung des Engagements zwischen T-Mobile und Rennstall gegeben."

Dagegen betonte Telekom-Kommunikationschef Christian Frommert, jedes Engagement werde "ständig überprüft". Man werde sich jedoch nicht unter Druck setzen lassen und "eine verantwortungsvolle Entscheidung in absehbarer Zeit treffen".

Telekom-Sponsoringleiter Stefan Althoff hatte gegenüber der FAZ angekündigt, der Vorstand werde in dieser Woche einen Ausstieg aus dem Vertrag mit dem Bonner Rennstall prüfen: "Es gibt eine neue Faktenlage, mit der man sich auseinandersetzen muss."

Akteneinsicht beantragt

Das T-Mobile Team hat zudem nach dem Doping-Geständnis von Patrik Sinkewitz Akteneinsicht beantragt, um die Vorgänge in der Mannschaft 2006 bewerten und mögliche interne Schritte einleiten zu können. Entsprechende Anträge gingen an die Staatsanwaltschaft Freiburg, den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) und den Weltverband UCI.

Teamchef Stapleton wies gleichzeitig darauf hin, dass das neue derzeitige Management erst Ende 2006 die Leitung des Rennstalls übernommen habe und keine Verantwortung für die Vorgänge vor dieser Zeit trage. Man habe seit der Übernahme drastische Veränderungen vorgenommen und ein umfangreiches Antidoping-Programm installiert, das für 2008 weiter optimiert werde. Gerade deshalb habe man großes Interesse an einer umfassenden Hintergrund-Information, um daraus eventuelle Rückschlüsse ziehen zu können.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%