Radsport Protour
Freire gewinnt Klassiker Mailand-San Remo

Der Spanier Oscar Freire hat sich den Sieg bei der 98. Auflage des Frühjahrs-Klassikers Mailand-San Remo gesichert. Der Ex-Weltmeister vom Rabobank-Team zerstörte somit Erik Zabels Traum vom fünften Triumph.

Oscar Freire hat im 100. Jahr die 98. Auflage der Fernfahrt Mailand-San Remo gewonnen. Der Ex-Weltmeister feierte beim ersten Frühjahrs-Klassiker den zweiten Sieg nach 2004 beim mit 294km längsten Eintagesrennen des Jahres. Der Rabobank-Profi machte den Sieg im Schlussspurt auf der Via Roma perfekt und zerstörte Erik Zabels Traum vom fünften Triumph.

Zabel nur auf Rang sechs

Beim erst vierten spanischen Erfolg auf der Via Roma überlistete Freire den von Erik Zabel und Alessandro Petacchi angeführten Milram-Express und siegte vor dem Australier Allan Davis (Discovery) und Belgiens Ex-Weltmeister Tom Boonen (Quickstep). Zabel musste sich mit dem sechsten Rang begnügen, Petacchi wurde Achter.

Der Bremer Milram-Rennstall hatte sechs Kilometer vor dem Ziel aufgeschlossen und war im Finale mit vier Fahrern in der Spitze vertreten. Zabel gewann Mailand-San Remo zwischen 1997 und 2001 als zweiter Deutscher nach Rudi Altig (1968) viermal, Petacchi siegte 2005. In der Spitzengruppe vertreten waren auch Astana-Profi Matthias Kessler sowie vom T-Mobile-Team Kim Kirchen, Gerald Ciolek und Bernhard Eisel.

Kein guter Tag für Gerolsteiner

Dagegen hatte das Team Gerolsteiner einen "rabeschwarzen" Tag erwischt und zahlreiche Stürze zu verzeichnen. Mit Schädeltrauma und Nasenbeinbruch musste David Kopp ebenso ins Krankenhaus gebracht werden wie sein Teamkollege Andrea Moletta, der einen Oberschenkelbruch erlitt. Zu Fall kamen auch Kapitän Davide Rebellin sowie Fabian Wegmann und Heinrich Haussler. "So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte Teamchef Christian Henn fassungslos.

Milram-Manager Gerry van Gerven gab sich unterdessen zufrieden: "Wir haben alles richtig gemacht, haben uns gut formiert, aber Freire war einfach schneller. Zabel hat mich sehr überrascht. So stark hatte ich ihn eigentlich gar nicht erwartet, vor allem, weil er gerade erst eine Grippe überstanden hat."

T-Mobile-Teamchef Valerio Piva nahm seine "Youngster" Ciolek und Eisel, die im Finale den Zug verpasst hatten, in Schutz: "Sie haben zu spät geschaltet. Aber es fehlt ihnen natürlich auch die Erfahrung. Aber Gerald ist bei den Sprints unser Mann für die Zukunft. Schön ist Platz zwölf von Kirchen."

Die "Fahrt in den Frühling" hatten am Samstagmorgen 197 Fahrer von Beginn an mit hohem Tempo in Angriff genommen. Vereinzelte Ausreißversuche in den ersten zwei Stunden waren nicht erfolgreich. Erst bei Kilometer 86 gelang einem Ausreißer-Sextett die Flucht.

Milram startet Aufholjagd

Die Spitzengruppe fuhr auf dem flachen Abschnitt durch die Lombardei binnen 20km mehr als sieben Minuten auf das Peloton heraus und hielt den Vorsprung auch zur "Halbzeit" bei der Bergpassage über den 532m hohen Truchino-Pass. Die Aufholjagd der Hauptgruppe begann an der ligurischen Küste rund 100km vor dem Ziel, als vor allem Milram mit dem Bonner Christian Knees an der Spitze Druck machte.

Die Reise ans Mittelmeer hatten die Pedaleure mit Tempo 44,1 km/h zurückgelegt. Die Fluchtgruppe musste schon vor den fünf Hügeln der Schlussphase dem Tempo Tribut zollen und hatte sich bereits am Capo Mele zu einem Trio reduziert. Nach Capo Cervo und Capo Berta waren auch die letzten Ausreißer geschlagen, die abschließenden 30km mit den gefürchteten Schlussanstiegen Cipressa und Poggio nahm das Hauptfeld geschlossen in Angriff.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%