Radsport Rundfahrt
Fothen und Co. proben in der Schweiz den Ernstfall

Bei der Tour de Suisse wollen sich die Rundfahr-Asse ab heute den letzten Schliff für die Frankreich-Rundfahrt holen. Aus deutscher Sicht gilt dies vor allem für Markus Fothen.

Der Fußball rückt nach dem EM-Aus ihrer "Nati" bei einem Teil der Schweizer Sportfans in die zweite Reihe, wenn heute die 72. Tour de Suisse (14. bis 22. Juni) beginnt. Auch wenn die Hoffnungen auf den ersten eidgenössischen Sieger seit Alex Zülle 2002 gering sind und die Doping-Ära auch den heimischen Radsport schwer erschütterte, hat die Rundfahrt eine erstaunlich hohe Anziehungskraft behalten.

Sie ist für Vermarkter IMG ein so gutes Geschäft, dass der bis 2014 laufende Vertrag bereits jetzt bis 2030 verlängert werden soll. Allein über 5 000 VIP-Pässe wurden täglich verkauft, 16 Länder sind im Fernsehen zugeschaltet.

160 Profis aus 20 Mannschaften, darunter 17 Deutsche, nehmen die neun Etappen über 1411km von Langnau im Emmental bis Bern in Angriff. Die Prognosen über den Favoritenkreis treten dabei traditionell in den Hintergrund, denn für die meisten Asse geht es eher darum, sich für die Tour de France (5. bis 27. Juli) einzurollen. Mit wenigen Ausnahmen wie Andreas Klöden, dessen Astana-Team in Frankreich nicht erwünscht ist.

Mit viel Rückenwind reiste auch Jens Voigt (CSC) an. `Bjarne Riis hat gerade einen neuen Sponsor für das nächste Jahr gefunden, da sind wir alle zusätzlich hoch motiviert', sagt der Berliner, der in diesem Jahr selbst für seine Verhältnisse ein Mammutprogramm plant: Giro, Tour de Suisse, Tour de France, "danach hoffentlich die Olympischen Spiele" (O-Ton Voigt) und schließlich noch die Deutschland-Tour (29. August bis 6. September), die er zuletzt zweimal gewann.

Holczer noch immer auf Sponsoren-Suche

Das Team Gerolsteiner könnte seinem Chef Hans-Michael Holczer durch Erfolgserlebnisse letzte Argumente bei der Suche nach einem neuen Hauptsponsor ab 2009 liefern. Aufgerufen dazu sind vor allem Rundfahrt-Spezialist Markus Fothen nach einem enttäuschen Jahr 2007 und der WM-Dritte Stefan Schumacher. Milram wird von Oldie Erik Zabel (37) angeführt, der schon sechs Suisse-Etappen auf dem Konto hat. Doch die Tage für Sprinter sind diesmal rar.

Obwohl nur zwei Alpenpässe und zwei Bergankünfte (2./6. Etappe) anstehen, gilt der Kurs 2008 als sehr anspruchsvoll. Die Entscheidung über den Gesamtsieg dürfte das Bergzeitfahren zum Klausenpass am vorletzten Tag bringen.

Vorjahressieger Wladimir Karpets (Russland, verletzt) ist nicht am Start. Zweiter wurde 2007 der Luxemburger Kim Kirchen (T-Mobile, nun High Road), der sich erneut Chancen ausrechnet. Als deutsche Gesamtsieger der seit 1933 rollenden Rundfahrt sind Ludwig Geyer (1934), Hennes Junkermann (1959/62) und Jan Ullrich (2004/06) verzeichnet.

© SID

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