Radsport Rundfahrt
Milrams Doppelspitze brennt auf Mailand-San Remo

Ein Sieg beim Frühjahrsklassiker Mailand-San Remo ist für jeden Radsport-Profi ein mehr als hehres Ziel. Der Milram-Rennstall will dabei entweder Erik Zabel oder Alessandro Petacchi ganz oben aufs Podest hieven.

Zwei brennend heiße Eisen hat Team Milram im Feuer, wenn heute mit der 97. Auflage des Frühjahrsklassikers Mailand-San Remo die Radsportsaison der Straßenprofis "richtig" losgeht. Mit dem Vorjahressieger Alessandro Petacchi und dem viermaligen Gewinner Erik Zabel will der neue Rennstall auf eine Doppelspitze setzen, wenn es nach 294 Kilometern auf der Via Roma zum Sprintfinale kommt. Eurosport (ab 15.15 Uhr) und das ZDF (ab 16 Uhr) übertragen live.

Seinen beiden Topstars lässt Manager Gerry van Gerven freie Hand: "Wer am Ende die besseren Beine hat, für den wird gefahren." Der Niederländer weiß um die brisante Situation der früheren Erzrivalen: "Wenn man Zwei von diesem Kaliber in einer Mannschaft hat, kann man nur hoffen, dass sie gut zusammenarbeiten. Das muss vom Herzen kommen".

Normalerweise spricht alles dafür, dass der 35-jährige Zabel zum Zugpferd für den drei Jahre Jüngeren wird. So wie am Dienstag bei der letzten Etappe von Tirreno-Adriatico, als Petacchi seinen siebten Saisonsieg feierte, während der Deutsche 2006 noch ohne Erfolg ist.

Massensprint wahrscheinlich

Doch Milrams Vorteil ist gerade die Ungewissheit, in der es die Konkurrenz bis auf die Zielgerade lassen kann - um dann womöglich den Joker zu ziehen. Kaum ein Experte, der Zabel nicht den fünften Triumph nach 1997/98 und 2000/01 zutrauen würde. Denn die bisherigen Rennen waren nicht viel mehr als ein Vorgeplänkel im Vergleich zur "Classissima".

Kommt es erneut zu einem "Sprint Royal", werden allerdings nicht nur Petacchi und Zabel nach der Krone greifen. Belgiens Weltmeister Tom Boonen (schon zehn Siege 2006) ist in bestechender Frühform, auch sein Vorgänger Oscar Freire scheint wieder im Aufwind. Der Spanier hatte Zabel 2004 auf dem Zielstrich abgefangen, als der Mann aus Unna zu früh gejubelt hatte.

Nur zweimal in den letzten zehn Jahren erlebte San Remo keinen Massensprint. 1999 glückte dem Belgier Andrej Tschmil die Flucht, 2003 dem Italiener Paolo Bettini. Wie jedes Jahr setzen auch diesmal die eigentlichen Klassiker-Spezialisten auf die "Cipressa" 22km vor dem Ende und den Poggio, von dessen Spitze aus es nur noch knapp 4 000 Meter bis ins Ziel sind.

Junger Haussler auf dem Sprung nach oben

Zu den Teams, die dort eine Vorentscheidung suchen werden, zählen auch Gerolsteiner und T-Mobile. Das Ass der Eifel-Truppe ist ihr Kapitän Davide Rebellin, der immer für einen großen Coup fähig ist, wenn seine Form stimmt. Ob der junge Heinrich Haussler (22) dagegen schon über die Substanz für diese lange Distanz verfügt, ist bei allem Talent und trotz zweier Saisonsiege fraglich.

Für Jan Ullrich hat die Saison noch gar nicht begonnen. Während sich die Tour-Hoffnung der Bonner in der Toskana einrollt, bringt T-Mobile nach Zabels Abgang erstmals seit vielen Jahren keinen Mitfavoriten an den Start. Trotzdem glaubt Steffen Wesemann an die Chance in einer Ausreißergruppe. "Ich denke, ich habe das richtige Stehvermögen," meint der Neu-Schweizer.

© SID

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