Radsport Tour de France
Die Tour-de-France-Splitter vom 5. Juli

Der Startschuss der Tour de France fällt nach 1952 und 1974 zum dritten Mal in Brest und kurioserweise geht der Vorjahressieger zum dritten Mal nicht ins Rennen.

Die Splitter der Tour de France 2008 vom 5. Juli, zusammengestellt vom Sport-Informations-Dienst (sid).

Fehlfarbe: Brest war am Samstag zum dritten Mal nach 1952 und 1974 Ausgangspunkt einer Tour de France, und in der Bretagne war auch zum dritten Mal in der Tour-Geschichte das Gelbe Trikot nicht am Start. Wegen des Ausschlusses seines Astana-Team kann der Spanier Alberto Contador seinen Vorjahressieg nicht wiederholen. Als Titelverteidiger fehlten 1952 der erkrankte Schweizer Hugo Koblet und 1974 der verletzte Spanier Luis Ocana.

Zuschauer: Vorjahressieger Alberto Contador führt mit seinen ausgeschlossenen Astana-Teamkollegen Andreas Klöden und Levi Leipheimer die Liste der diesjährigen Zwangszuschauer an. Während sich Italiens Weltmeister Paolo Bettini auf die Olympischen Spiele in Peking konzentrieren will, ist Dopingsündern wie Belgiens Ex-Weltmeister Tom Boonen sowie den Italienern Danilo Di Luca und Sprintstar Alessandro Petacchi der Zutritt verwehrt. Verletzt fällt Columbia-Profi Linus Gerdemann aus, sein Teamkollege Michael Rogers wurde nicht nominiert.

Timing: Rechtzeitig zum Tour-Start ist Barloworld-Sprinter Robert Hunter zwei Tage nach überhasteter Abreise am Donnerstag wieder zu seinem Team zurückgekehrt. Der Südafrikaner war in sein Dominzil in die Schweiz gereist, wo Ehefrau Claudia am 3. Juli die gemeinsame Tochter Mandy zur Welt gebracht hatte.

Endurance: Mit 3 559,5km ist die Länge der Tour im Vergleich zu früheren Zeiten eher moderat. Seit der ersten Tour 1903 haben die Pedaleure insgesamt rund 370 000 Tour-Kilometer urückgelegt.

Rationen: Für die Verpflegung der 180 Tour-Starter stehen Großkontingente bereit. Rund 42 000 Wasserflaschen werden den Fahrern während der Tour gereicht, an den Verpflegungsstationen stehen 8 400 "Fresspakete" bereit. Für Trikotwechsel sind durchschnittlich zehn neue Jerseys für jeden Fahrer jederzeit verfügbar, im Durchschnitt 45 Räder führt jedes der 20 Teams in seinen Materialwagen mit.

Andrang: Zwischen zwölf und 15 Mill. Radsportfans erwarten die Tour-Veranstalter in diesem Jahr an den Straßenrändern. Nach Berechnungen der vergangenen Jahre legen die Zuschauer durchschnittlich 130km zurück, um die "Große Schleife" direkt zu erleben. Insgesamt 76 Prozent der Franzosen verfolgen die Tour regelmäßig im Fernsehen.

Eskorte: Eskortiert wird die Frankreich-Rundfahrt von einem starken Polizeiaufgebot. Der Tour-Tross wird von 45 Motorrad-Gardisten begleitet. In den Etappenorten sorgen 9 000 motorisierte Beamte für Sicherheit, den Straßenverkehr an den 23 Tour-Tagen regeln 14 000 Gendarme.

Global: Die Tour wird in 180 Länder der Welt via TV übertragen, 168 Länder erhalten Live-Bilder. Vor Ort berichten 1990 akkreditierte Pressevertreter für weltweit 642 Medien-Anbieter.

Organisation: Mit 200 Fahrzeugen begleitet der Tour-Veranstalter ASO das größte Rennen der Welt, 1 300 Betten sind in den Unterkünften entlang der Strecke für die ASO-Mitarbeiter reserviert. Insgesamt sind 4 500 Personen mit 2 400 Fahrzeugen im Tour-Tross im Einsatz. Dazu gehört die tägliche Werbekarawane, bei der aus 200 Fahrzeugen in drei Wochen rund 14 Mill. Geschenkartikel verteilt werden.

© SID

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