Radsport Tour de France
Internationale Presse feiert Tour-Sieger Landis

Der US-Amerikaner Floyd Landis ist nach seinem Tour-Sieg von der Presse in seinem Heimatland begeistert gefeiert worden. Auch die französische L´Equipe bescheinigte dem Phonak-Kapitän: "Good Job Guy".

Am Tag nach seinem triumphalen Tour-Sieg ist der US-Amerikaner Floyd Landis von der internationalen Presse überschwänglich gefeiert worden. Die angesehene französische Sportzeitung L´Equipe huldigte dem Gewinner des Gelben Trikots sogar auf englisch und bescheinigte dem Phonak-Kapitän: "Good Job Guy". Auch die sonst eher zurückhaltende US-Presse feierte den Nachfolger von Lance Armstrong als Helden.

"Er ist ein Sieger-Typ", schreibt die angesehene Washington Post, die den Landis-Toursieg am Montag auf Seite 1 vermerkte. Nahezu sämtliche Sonntagzeitungen feierten Landis frühzeitig, auch auf den Internet-Seiten ist die Tour ein großes Thema. "Outlandis", in Abwandlung von "outlandish" (bizarr) ist beim Sender Espn zu lesen, der einen Vergleich zwischen Landis und Armstrong aufführt.

Kritische Töne sind von der Neuen Zürcher Zeitung zu hören: "Trügerische Festtage. Weil die Tour "Le Tour" ist und alles in den Schatten stellt, bot sie die ideale Plattform zum Vergessen."

Die Pressestimmen im einzelnen:

Frankreich:

L´Equipe: "Good Job Guy. Er hat es verdient. Floyd Landis hat die Tour 2006 gewonnen, die faszinierendste seit vielen Jahren, die einer Wiederholung wert ist. Er hat die Nachfolge von Lance Armstrong angetreten, dem langjährigen Regenten."

Le Monde: "Wieder ein Amerikaner. Floyd Landis hat die Serie der amerikanischen Tour-Siege fortgesetzt. Am 23. Juli hat er die Nachfolge von Lance Armstrong angetreten, nach einer Tour voller Überraschungen. Sein Einbruch in den Alpen, aber vor allem die Rückkehr am nächsten Tag wird in die Geschichte der Großen Schleife eingehen."

Schweiz:

Blick: "Phonak gewinnt als erster Schweizer Sponsor die Tour de France. Die Werbe-Rechnung ist voll aufgegangen." Armstrong sitzt auf dem Altenteil, Tour-Chef Leblanc tritt nach 18 Jahren zurück, und die Teams wollen bessere Dopingkontrollen. Wird in der Tour de France nun alles anders?"

Neue Zürcher Zeitung: "Trügerische Festtage. Weil die Tour "Le Tour" ist und alles in den Schatten stellt, bot sie die ideale Plattform zum Vergessen. Trotz Doping-Wolken blühte der Radsport auf. Die 23 Tour-Tage waren unterhaltsam, chaotisch, spannend - Jour de fete, wie sie der Franzose gerne mag. Sie bot Abwechslung wie kaum eine Austragung der jüngeren Vergangenheit; sie erlebte eine Rückkehr des späteren Siegers wie vor fast einem halben Jahrhundert durch Charly Gaul".

Tages-Anzeiger Zürich: "Eine Tour, die alles tat, um das Vergessen oder Verdrängen zu erleichtern. Wer wollte in den Alpen, bei Floyd Landis´ Leiden und dem beeindruckenden Soloritt am nächsten Tag schon an die Ausgeschlossenen Ivan Basso, Jan Ullrich und Skandalarzt Eufemiano Fuentes denken? Im Kampf gegen das Doping ist damit aber noch nichts gewonnen. Die Fuentes-Affäre wird weitere Namen ausspucken, andere Netzwerke sind bedroht, ausgehoben zu werden."

Berner Zeitung/Der Bund: "Ist das die Geschichte eines Helden? Oder ist Floyd Landis nicht zu trauen, einfach deshalb, weil er der Beste war in einem Rennen, das ohne Doping - so die Meinung vieler - kaum zu bewältigen ist? Wer ist Floyd Landis? Einer, der den grünen Bereich der medizinischen Betreuung ausschöpft, sich darüber hinaus nur mit Bier aufpäppelt, wie er es nach dem Einbruch am Mittwoch offenbar getan hatte? Oder ist auch er ein Betrüger?"

Italien:

Gazzetta dello Sport: "Landis, der rebellische König der Tour. Die Tour ist in Händen eines neuen Prinzen. Er verspricht, dass er zurückkommt und dann französisch spricht. Man ist sich noch nicht ganz im Klaren darüber, ob diese Tour ohne Ivan Basso und Jan Ullrich überhaupt stattgefunden hat".

Niederlande:

Volkskrant: "Es gibt ein Leben nach Lance Armstrong. Floyd Landis sagt, dass die Tour für ihn drei Wochen lang eine schöne Show war, für die Zuschauer war sie noch schöner. Landis war sicher der stärkste Fahrer im Starterfeld, aber wer wäre ohne die Operacion Puerto der echte Tour-Sieger gewesen?".

Spanien:

AS: "Ein ständiger Wechsel auf dem Podium, aber am Ende gwinnt wieder ein Amerikaner in Paris".

El Mundo Deportivo: "Sein Traum hat sich verwirklicht. Vielleicht war es Landis" letzte Tour. Er muss an der Hüfte operiert werden."

Sport: "Landis ist der erste Meister der Post-Armstrong-Zeit".

USA:

New York Times: "Landis hat es sich selbst bewiesen. Der angriffslustige Radfahrer hat sich mit mehr Kampf als die Rivalen zum Sieg gefahren. Die Welt wird sich nach Lance Armstrongs übermächtiger Herrschaft an einen neuen, großen, unbekannten Champion gewöhnen müssen."

Washington type="unknownISIN" value="Deutsche Post AG">Post: "Landis ist ein Siegertyp. Er hat der Tour die tollste Achterbahnfahrt seit Jahren beschert."

USA Today: "Geduld und Hartnäckigkeit haben sich für den Amerikaner Landis ausgezahlt. Floyd Landis ist das Comeback Kid der Tour 2006. Kaum einer hatte in der Tour-Geschichte eine aufregendere Fahrt zum Sieg. Die letzte Bergetappe war der Ritt des Jahrhunderts."

Christian Science Monitor: "Wieder ein Amerikaner. Seine Vorstellung und sein Lausbubencharme haben der Tour ihren Glanz nach dem trüben Start mit neun Ausschlüssen zurückgegeben".

Espn.com: "Outlandis. Ein Witzbold auf dem Rad, beliebt bei Teamkollegen und Rivalen. Das Gegenteil von Armstrong, dem reservierten, arroganten Perfektionisten. Die Welt darf darauf gespannt sein, wie hungrig Landis in den kommenden Jahren sein wird".

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%