Radsport Tour de France
Jaksche bangt trotz Nominierung um Tour-Teilnahme

Radprofi Jörg Jaksche und sein Rennstall Astana-Würth bangen um die Tour-de-France-Teilnahme. Nach den Querelen um Ex-Manager Manolo Saiz, der des"systematischen Dopings" bezichtigt wird, droht dem Team der Ausschluss.

Trotz seiner Nominierung für die anstehende Tour de France (1. bis 23. Juli) ist bei Radprofi Jörg Jaksche die ganze große Freude bislang ausgeblieben. "Ich kann nur hoffen, dass wir auch wirklich starten dürfen", meinte der Ansbacher bei der Tour de Suisse. Kurz zuvor hatte den 29-Jährigen die Nachricht seines neuen Teamchefs Marino Lejarreta erreicht, dass er für die Mannschaft Astana-Würth vom 1. bis 23. Juli seine siebte Tour bestreiten darf.

Zittern für Jaksche und Co. geht weiter

Doch nach dem Ausschluss des spanischen Zweitliga-Rennstalls Comunidad Valenciana geht die Zitterpartie auch für die vormalige Liberty-Seguros-Truppe mit Kapitän Alexander Winokurow und Jaksche weiter. Denn deren Ex-Manager Manolo Saiz steht wie Valancianas früherer sportlicher Leiter Ignacio Laberta unter dem Verdacht des "systematischen Dopings".

Winokurow, Tour-Dritter 2003 und Fünfter 2005, wurde bisher als ernsthafter Herausforderer für Giro-Sieger Ivan Basso (Italien) und Jan Ullrich bei der "großen Schleife" gehandelt; allerdings enttäuschte der Kasache bei der Dauphine Libere in der letzten Woche.

"Widme meinen Erfolg Manolo Saiz"

Dass Saiz trotz seines "taktischen Rückzugs" (Tour-Direktor Jean-Marie Leblanc) bei Würth weiter die Fäden zieht, wurde durch einen Eklat nach der vierten Etappe der Schweiz-Rundfahrt deutlich: "Ich widme meinen Erfolg Manolo Saiz", erklärte Tagessieger Angel Vicioso und schien gar nicht zu merken, dass er damit der eigenen Mannschaft einen Bärendienst erwies. Der 29-jährige Baske soll selbst zu den Klienten des Dopingarztes Eufemiano Fuentes gehört haben: "Dazu sage ich nichts", wehrte er alle Fragen ab.

Die Spezial-Kommission des Radsport-Weltverbandes UCI muss in den nächsten Tagen entscheiden, ob dem derzeitigen Würth-Team nach dem Einstieg des neuen Hauptsponsors Astana (Name der Hauptstadt von Kasachstan) die Protour-Lizenz übertragen wird. "Dabei wird auch das Doping-Thema eine wichtige Rolle spielen", meint Gerolsteiners Teamchef Hans-Michael Holczer.

ASO fordert Tour-Rauswurf

Ginge es allein nach Tour-Veranstalter ASO, würde auch der Liberty-Nachfolger ausgeladen und die Zahl der Teams damit auf 20 sinken. Selbst die Protour-Lizenz wäre aus ASO-Sicht noch kein Freibrief für die Tour-Teilnahme: "Sollte gegen Fahrer offiziell ermittelt werden, würde die ganze Mannschaft auch während der Rundfahrt noch aus dem Rennen genommen", hieß es in einer Presseerklärung.

Letztmals war dies bei der Skandal-Tour 1998 passiert, als das Festina-Team mit seinen Stars Richard Virenque und Alex Zülle zur Halbzeit die Sachen packen musste. 2004 war dem Valanciana-Vorgänger Kelme die Teilnahme kurzfristig verweigert worden, nachdem Ex-Profi Jesus Manzano von systematischem Blutdoping im Rennstall berichtet hatte. Als dann 2005 Kelme-Kapitän Roberto Heras der Vuelta-Sieg wegen Dopings aberkannt wurde, stieg der Hauptsponsor aus; die Region Valencia sprang als Nachfolger ein.

Von der aktuellen Affäre ist auch das Schweizer Phonak-Team betroffen, das aber sofort die Notbremse zog und die beiden verdächtigten Fahrer Santiago Botero (Kolumbien) und Jose Enrique Gutierrez (Spanien) bis zur Klärung aller Vorwürfe intern gesperrt hat. Der spanische T-Mobile-Profi Oscar Sevilla, der ebenfalls mit Fuentes in Verbindung gebracht wurde, hat bislang alle Vorwürfe dementiert und steht weiter im Tour-Kader der Bonner. Die endgültige Nominierung wird in der nächsten Woche erwartet.

© SID

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