Radsport Tour de France
Magenta-Team will mit "Gelb" nach Paris fahren

Zwei Etappensiege und das Gelbe Trikot stehen bis jetzt auf dem Konto vom T-Mobile Team. Nach einer überragenden Mannschaftsleistung bei der Tour de France ist das Magenta-Team sogar Favorit für den Gesamtsieg.

Eine glänzende Ausgangsposition hat sich das T-Mobile Team mit dem zweiten Etappensieg und dem Gelben Trikot für die Berge geschaffen. Ohne Mannschaftskapitän Jan Ullrich hat das Magenta-Team am Wochenende bei der Tour de France seine Wiederauferstehung gefeiert. Nach einer überragenden Mannschaftsleistung im Einzelzeitfahren von Rennes ist die "Rumpf-Truppe" des Bonner Rennstalls urplötzlich sogar in die Favoritenrolle auf den Gesamtsieg geschlüpft.

"Wir sind auch mit sieben Mann stark genug, um das Gelbe Trikot bis Paris in unseren Reihen zu behalten", erklärte Andreas Klöden voller Selbstbewusstsein. Mit der Führung des Ukrainers Sergej Gontschar und drei weiteren Fahrern unter den ersten sechs wurden sogar die eigenen Erwartungen übertroffen. "Dieses unheimlich starke Ergebnis hat auch mich etwas überrascht", bekannte Teamchef Olaf Ludwig und sprach von "Hochstimmung" in der Mannschaft.

Erstmals seit vier Jahren trat das Magenta-Team am Sonntag zur achten Etappe von Saint-Meen-le-Grand nach Lorient (181km) wieder mit dem Leadertrikot in seinen Reihen an. Nach dem Triumph im Kampf gegen die Uhr ging Gontschar mit genau einer Minute Vorsprung auf den zweitplatzierten US-Amerikaner Floyd Landis (Phonak) ins Rennen. In Lauerstellung lagen seine T-Mobile-Kollegen Michael Rogers (Australien) als Dritter (1:08 Minuten zurück), Patrik Sinkewitz (Fulda) als Vierter (1:45) und Klöden als Sechster (1:50).

"T-Mobile und Landis sind jetzt die Favoriten"

"T-Mobile und Landis sind jetzt die Favoriten", meinte Lance Armstrongs langjähriger Sportdirektor Johan Bruyneel, dessen Discovery-Mannschaft deutlich hinter den Erwartungen geblieben war. Nach sieben Toursiegen in Folge durch Armstrong sieht sich das US-Team diesmal in der Rolle des Jägers. Bruyneel: "Unsere Chance ist es, in den nächsten Tagen zu attackieren. Ich sehe keine Mannschaft, die das Rennen in den Bergen kontrollieren kann."

Auch Ludwig war sich bewusst, dass das Rennen mit der ersten Pyrenäen-Etappe am Mittwoch erst richtig losgeht: "Bei aller Freude müssen wir vorsichtig bleiben, denn ein bis zwei Minuten sind in den Bergen schnell weg." Dann kann sich auch die Taktik schnell wieder ändern - doch bis dahin gilt: "Der Mann in Gelb ist der Kapitän", so Ludwig.

Doch auch Klöden und Sinkewitz wittern ihre Chance: "Unter den Mitfavoriten ist keiner, den ich nicht 2004 schon geschlagen hätte", sagt der damalige Tourzweite Klöden: "Ich habe gemerkt, dass meine Form von Tag zu Tag besser geworden ist und denke, dass ich mich bis zu den Bergen noch steigern kann."

Das hofft auch Sinkewitz: "Ich kann kaum glauben, dass ich soweit vorne gelandet bin. Aber ich weiß, dass meine Form sehr gut ist und traue mir auch in den Bergen ein gutes Rennen zu. Wir haben uns in Straßburg gegenseitig versprochen, zu kämpfen und alles zu geben."

Beste Etappenresultat des Rennstalls in 15 Jahren

Selbst Bergspezialist Giuseppe Guerini, der nicht gerade als guter Zeitfahrer bekannt ist, zählte als 34. im Kampf gegen die Uhr zum Vorderfeld. "Da gelingt mir das beste Zeitfahren meines Lebens und bin ich trotzdem der Schwächste im Team", meinte der 36-Jährige augenzwinkernd. Matthias Kessler (Nürnberg) als 14. und Eddy Mazzoleni (Italien) als 16. vervollständigten das beste Etappenresultat des Rennstalls in 15 Tour-Jahren.

Einen Rückschlag musste dagegen die Gerolsteiner-Equipe einstecken. Zwar glänzten im Zeitfahren der Erfurter Sebastian Lang als Dritter und Marcus Fothen aus Kaarst als Siebter, doch Kapitän Levi Leipheimer erwischte einen rabenschwarzen Tag. Als 96. der Tageswertung fiel der Amerikaner im Gesamtklassement auf den 62. Platz zurück und hat vor den Bergen bereits 6:17 Minuten Rückstand zur Spitze.

"Es war ein Tag zum Lachen und Weinen für uns", meinte Teamchef Hans-Michael Holczer. Doch sein sportlicher Leiter Christian Henn betonte: "Mit dem Ergebnis von Levi können wir nicht zufrieden sein. Trotzdem sollte man ihn für die Berge noch nicht abschreiben".

Auch der zweitplatzierte Landis ist überzeugt, dass sich das Klassement ab Mittwoch noch einmal neu sortieren wird: "Das Rennen hat noch gar nicht richtig begonnen, erst das direkte Duell in den Bergen wird Aufschluss über den weiteren Verlauf geben."

© SID

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