Radsport Tour de France
Michael Rasmussen beichtet dritte Warnung

Michael Rasmussen hat auf einer Pressekonferenz eine dritte Warnung wegen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Regularien eingeräumt. Sollte die UCI diese anerkennen, droht dem Dänen eine zweijährige Sperre.

Der unter Dopingverdacht geratene Radprofi Michael Rasmussen hat eine dritte Warnung wegen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Regularien eingeräumt. Auf der Pressekonferenz nach der 12. Etappe der 94. Tour de France in Castres am Freitag sagte Rasmussen, dass er neben den zwei Warnungen des Weltverbandes UCI eine weitere vom dänischen Verband DCU erhalten habe. Ein Datum nannte der Däne nicht. Nach zwei Fragen zum Thema Doping verließ der zweimalige Bergkönig überstürzt den Raum. Der dänische Verband sprach gegenüber dem nationalen TV-Sender TV2 sogar von zwei Fällen.

Am Donnerstagabend hatte die DCU Rasmussen aus dem Nationalkader gestrichen, weil dieser seiner Meldepflicht gegenüber dem nationalen Verband und der UCI mehrfach nicht nachgekommen sein soll. Am 29. Juni hatte der Weltverband den 33-Jährigen verwarnt, nachdem er am 8. Mai sowie am 28. Juni von den Kontrolleuren jeweils nicht am angegebenen Ort angetroffen worden war.

Auch in dem von Rasmussen nun bestätigten dritten Fall hatte er offenbar einen falschen Aufenthaltsort angegeben. Anstatt, wie bei der DCU angegeben in Italien, hatte sich Rasmussen in Mexiko zum Training aufgehalten.

Ausschlaggebend für mögliche Sanktionen ist nun, ob die UCI diese dritte Warnung anerkennt. Bisher steht der Weltverband auf dem Standpunkt, lediglich zwei Warnungen selbst ausgesprochen zu haben. Drei Verwarnungen gelten nach den Regularien der UCI als Dopingvergehen, was automatisch eine zweijährige Sperre zur Folge hätte. "Wir haben ihm eine Verwarung erteilt. Sollte er erneut eine Kontrolle verpassen, wäre es ein Verstoß gegen Dopingregularien. Es gibt aber keinen Beweis für ein Dopingvergehen. Wir hatten keine Möglichkeit, ihn an einem Start bei der Tour zu hindern", sagte UCI-Präsident Pat Mcquaid am Freitag der Nachrichtenagentur afp.

Der DCU hingegen reichten diese Vorfälle, um Rasmussen aus dem Nationalteam zu streichen. Damit darf er weder an den Weltmeisterschaften in Stuttgart Ende September noch an den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking teilnehmen.

Derweil hat sich der Däne gegen die Verdächtigungen eines früheren Mountainbike-Teamkollegen zur Wehr gesetzt. Der US-Amerikaner Whitney Richards hatte Rasmussen im Magazin Velonews beschuldigt, ihm unter einem Vorwand als Blutbeutel-Kurier benutzt zu haben. "Ich kann das nicht bestätigen. Aber ich kenne den Namen", sagte Rasmussen.

Der 31-Jährige Whitley sei im März 2002 vom zweimaligen Tour-Bergkönig gebeten worden, ihm einen Karton mit Radschuhen nach Italien mitzubringen. Als Whitley den Karton öffnete, habe er jedoch mehrere Blutbeutel gefunden.

© SID

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