Radsport Tour de France
UCI erteilt Doping-Inspekteuren Maulkorb

Die zur Tour de France abgestellten Doping-Inspekteure haben vom Radsport-Weltverband UCI ein Redeverbot erteilt bekommen. Derweil kündigte UCI-Präsident Pat Mcquaid verbesserte Kontrollen ab der 7. Etappe an.

Der Skandal um die fahrlässigen Dopingkontrollen bei der Tour de France treibt immer neue Blüten. Der Radsport-Weltverband UCI erteilte seinen vor Ort weilenden Doping-Inspekteuren ein Redeverbot, weder UCI-Präsident Pat Mcquaid noch Tour-Direktor Christian Prudhomme wollten zu den Vorwürfen Stellung nehmen.

"Wir sind angewiesen, uns nicht zu dem Thema zu äußern", sagte der niederländische UCI-Inspekteur Jan van Gestel nach Ende der fünften Etappe in Autun dem sid. Mcquaid lehnte jede weitere Aussage zum Thema Doping ab "so lange das Rennen läuft". Das ZDF versuchte vergeblich, Prudhomme auf die Missstände anzusprechen.

Mcquaid schiebt Verantwortung auf französischen Verband

Der Sender hatte dokumentiert, dass sich die täglich sechs zum Dopingtest ausgelosten Radprofis nach Zieldurchfahrt über längere Zeit unbeaufsichtigt bewegen können, ehe sie zur Urinprobe erscheinen. Damit sind Manipulationen Tür und Tor geöffnet. Dies ist ein klarer Verstoß gegen die Regeln der Welt-Antidoping-Agentur Wada.

Mcquaid schob die Verantwortung für den Ablauf auf den französischen Radsportverband und Frankreichs Antidoping-Agentur: "Das ist nicht unsere Sache." Dem widersprach allerdings der Niederländer Leon Schattenberg, Chef der Medizinischen Kommission der UCI: "Natürlich ist der Weltverband zuständig."Mcquaid verspricht Kontroll-Verbesserung

Ab Samstag sollen derweil die Regeln der Antidoping-Weltagentur Wada auch bei der Tour de France eingehalten werden. Das erklärte der Präsident des Radsport-Weltverbandes UCI, Pat Mcquaid, gegenüber der ARD-Dopingredaktion. Danach soll das "Chaperon"(Begleiter)-System auf der 7. Etappe erstmals praktiziert werden. Es schreibt vor, dass zum Dopingtest bestimmte oder ausgeloste Fahrer ab Zieldurchfahrt nicht mehr ohne Aufsicht bleiben dürfen, um Manipulationen wie Urinaustausch zu verhindern.

Mcquaid begründete das bisherige Nichteinhalten der Bestimmung mit "logistischen Problemen" beim Tour-Veranstalter ASO, führte dies aber nicht näher aus.

© SID

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