Radsport WM
BDR-Asse stechen nicht - Vierer nur Fünfter

Einen schwarzen Tag haben die deutschen Bahnradfahrer bei den Weltmeisterschaften in Palma de Mallorca erlebt. Die BDR-Akteure fuhren geschlossen an den Medaillen vorbei, der Bahn-Vierer wurde enttäuschender Fünfter.

Die deutsche Mannschaft ist bei den Bahnrad-Weltmeisterschaften geschlossen am Treppchen vorbeigefahren und hat am zweiten Tag der Wettbewerbe in Palma de Mallorca gleich reihenweise für Enttäuschungen gesorgt. Negativhöhepunkt war dabei die empfindliche Pleite im Bahn-Vierer. Die Mienen im deutschen Lager verschlechterten sich zusehends, nachdem die Aktiven des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) nacheinander ihre Medaillenchancen aus der Hand gaben.

Bahn-Vierer schwacher Fünfter

Allen voran der schwache fünfte Platz des Bahn-Vierers drückte deutlich auf die Stimmung. So verfehlten Robert Bartko, Robert Bengsch, Guido Fulst und Leif Lampater (alle Berlin) das gesteckte Ziel WM-Medaille bereits in der Qualifikation als Fünfter in 4:07,221 Minuten. "Wir haben wieder ein Jahr verpasst. Irgendwie kommen wir nicht voran, dabei haben wir in der Vorbereitung hart gearbeitet und viel investiert", haderte Einerverfolgungs-Vizeweltmeister Robert Bartko, wollte seine Erkältung aber nicht als Entschuldigung gelten lassen.

Das erneute Scheitern sorgte im deutschen Lager für Wirbel. Der neue Bundestrainer Uwe Freese, der erst im September in die Verantwortung gerückt war, machte die Verbandsstrukturen für den Rückschlag verantwortlich. BDR-Sportdirektor Burckhard Bremer wollte die Kritik so nicht stehen lassen und brachte derweil Daniel Becke, seit dem Skandal von Stuttgart 2003 eigentlich persona non grata im deutschen Lager, wieder ins Gespräch. Dies sorgte wiederum bei Bartko ("Darüber muss erst noch geredet werden") und Guido Fulst ("Nicht mein Wunschkandidat") für Kopfschütteln.

"Ich bin total ratlos"

Im Finale bekamen die Deutschen dann Anschauungsunterricht vom britischen Vierer-Express, der in der nationalen Rekordzeit von 3:57,468 Minuten der ukrainischen Mannschaft (4:03,280) keine Chance ließ. Bronze ging an Dänemark (4:04,093) vor Neuseeland (4:06,591).

Die Medaillenhoffnungen zerschlugen sich bei den BDR-Fahrern nicht nur in der Mannschaftsverfolgung, sondern auch im Keirin. Der formschwache Ex-Sprint-Weltmeister Rene Wolff (Erfurt) und Maximilian Levy (Cottbus) schieden bereits im Hoffnungslauf aus und sorgten damit für das schlechteste deutsche Keirin-Ergebnis seit 1990.

"Ich bin total ratlos. Deprimierend ist vor allem, dass es in der Vorbereitung noch planmäßig verlief", meinte Wolff. Der Titel ging derweil an Chris Hoy, der bereits für die vierte Goldmedaille der Briten sorgte. Zweiter wurde Theo Bos (Niederlande) vor Ross Edgar (Großbritannien). Im 15-km-Scratchrennen war für Henning Bommel (Berlin) als einzigen deutschen Vertreter das Rennen nach einem Sturz beendet, es siegte Kam-Po Wong aus Hongkong vor Wim Stroetinga (Niederlande) und Rafal Ratajczyk (Polen).

BDR-Frauen scheiden reihenweise aus

Nichts zu holen gab es ebenso für die deutschen Frauen. Keirin-Weltmeisterin Christin Muche war im Sprint-Viertelfinale gegen die Chinesin Shuang Guo auf verlorenem Posten, zuvor hatten sich schon ihre Teamkollegen Jane Gerisch, Dana Glöß (beide Berlin) und Miriam Welte (Kaiserslautern) aus dem Wettbewerb verabschiedet.

Ähnlich bescheiden, aber auch erwartungsgemäß war das Abschneiden in der 3 000-m-Einerverfolgung. Verena Joos (Friesenheim) fuhr in der Qualifikation in 3:38,821 Minuten nur die neuntschnellste Zeit, Larissa Kleinmann aus Stuttgart (3:40,727) belegte Rang zwölf. Anders dagegen die US-Amerikanerin Sarah Hammer, die ihren Titel im Endlauf in 3:30,213 Minuten gegen die Britin Rebecca Romero (3:33,409) erfolgreich verteidigte. Bronze sicherte sich Katie Mactier aus Australien (3:36,306) durch einen Sieg über die Niederländerin Wendy Houvenaghel (3:37,406).

© SID

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