Reaktionen nach der Königsetappe
Schleck überrascht sich und die Radsport-Welt

"Ich kann einfach nicht glauben, dass mir das wirklich gelungen", erklärte Fränk Schleck nach seinem Überraschungs-Coup von Alpe d´Huez. Jetzt will der 26-Jährige wieder seine Kollegen vom CSC-Team unterstützen.

Fränk Schleck schaute sich sicherheitshalber nochmal um, als sein Name zur Siegerehrung aufgerufen wurde. Erst als sich niemand sonst rührte, bestieg der Luxemburger etwas verschüchtert das Podium. Diesen Sieg am "Berg der Berge" hätte er sich selbst am wenigsten zugetraut. "Ich kann einfach nicht glauben, dass mir das wirklich gelungen ist. Es ist ein unfassbar schönes Gefühl", erklärte der 26-jährige Luxemburger nach seinem Überraschungs-Coup von Alpe d´Huez.

So unwiderstehlich er sich zuvor den begehrtesten aller Etappensiege bei der Tour de France gesichert hatte, so bescheiden gab er sich hinterher. "Ich weiß nicht, wie ich es geschafft habe. Normalerweise sind ungestüme Attacken nicht meine Art", meinte der Fahrer vom dänischen CSC-Team, das damit schon den zweiten Tagessieger nach Jens Voigt feiern konnte.

Am Ende einer 150km langen Flucht hatte er seinen einzigen verbliebenen Mitstreiter Damiano Cunego in der letzten der 21 Serpentinen fast mühelos stehen lassen. "Ich bin sonst oft zu zögerlich gewesen, doch hier war der Angriff meine einzige Chance, also habe ich es versucht."

Ich fange an, noch mehr an mich zu glauben

Dabei hatte Schleck seine Qualitäten als Siegfahrer nicht zum ersten Mal unter Beweis gestellt. Erst im April hatte er mit dem Gewinn des Frühjahrsklassikers Amstel Gold Race seinen bis dahin größten Erfolg gefeiert. Im vergangenen Jahr hatte er als Vierter der Tour de Suisse bereits angedeutet, dass er auch bei Rundfahrten eine Rolle als Klassement-Fahrer spielen kann. "Andere haben mir schon öfter gesagt, dass ich noch mehr an mich glauben muss - ich fange an, das zu tun."

Der frühere Tour-Dritte Bobby Julich (USA) hält seinen Teamkollegen in den nächsten Jahren sogar für einen möglichen Toursieger. Doch das ist Schleck fast zuviel des Lobes: "Ich weiß noch nicht, wo meine Grenzen liegen. Auch wenn ich jetzt eine Touretappe gewonnen habe, bin ich mir nicht sicher, wie weit ich es bringen kann."

Karriere drohte zu scheitern

Gut in Erinnerung ist Schleck noch die schwere Zeit vor drei Jahren, als seine Karriere zu scheitern drohte, ehe sie richtig begonnen hatte. "Ich habe damals lange vergeblich nach einem Team gesucht, bis Bjarne Riis kam und mich in seine Mannschaft aufnahm." Der Toursieger von 1996 gab dem Jungprofi die Chance, sich langsam zu entwickeln: "Erst bei CSC bin ich der Fahrer geworden, der ich inzwischen bin."

Und obwohl er mit seinem Husarenritt auf der ersten Alpenetappe selbst in die Nähe einer Top-10-Platzierung rückte, wollte Schleck schon am Mittwoch wieder als Helfer für den Spanier Carlos Sastre arbeiten, der als Gesamt-Fünfter besser im Rennen lag: "Ich bin meinem Team dankbar, dass ich ausgerechnet nach Alpe d´Huez auf eigene Rechnung fahren durfte. Aber nun kümmere ich mich wieder um meine eigentliche Aufgabe, so lange wie möglich bei Carlos zu bleiben und ihn noch weiter nach vorne zu fahren." Ein wahrer Edel-Helfer.

© SID

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