Regeländerungen bei der WM
Aus Fünf mach Vier

Bei der 71. Eishockey-Weltmeisterschaft in Russland bewegt sich was. Offizielle erhoffen sich durch Regeländerungen einen spannenderen Turnierverlauf, um das rasante Spiel Eishockey noch attraktiver zu machen.

HB MOSKAU. Die Abschaffung des Unentschiedens ist die einschneidendste Änderung bei der 71. Eishockey-Weltmeisterschaft in Russland. Damit wird es anders als bisher auch in allen Spielen der Vor- und der Zwischenrunde einen Sieger geben. Gespielt wird dabei nach dem gleichen Modus wie in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Bei einem Unentschieden nach 60 Minuten gibt es - außer vom Viertelfinale an - eine fünfminütige Verlängerung mit jeweils vier statt wie sonst mit fünf Feldspielern. Fällt dort kein entscheidendes Tor, geht die Partie ins Penaltyschießen. Dort treten zunächst drei Schützen pro Team an. Das ist in der einzige Unterschied zur DEL, dort sind es jeweils fünf.

Für einen Sieg nach regulärer Spielzeit gibt es drei Punkte, für einen Sieg nach Verlängerung oder Penaltyschießen zwei Punkte, für eine Niederlage nach Verlängerung oder Penaltyschießen einen Punkt, für eine Niederlage nach 60 Minuten keinen Punkt.

Die ersten Drei jeder Vorrundengruppe erreichen die Zwischenrunde und nehmen die Ergebnisse gegen die auch qualifizierten Kontrahenten mit. Aus beiden Zwischenrunden-Staffeln mit je sechs Teams ziehen jeweils die besten Vier ins Viertelfinale ein. Im Viertel- und im Halbfinale sowie im Spiel um Platz drei wird wie bisher um maximal zehn Minuten verlängert. Fällt ein Tor, ist die Partie sofort beendet. Im Finale wird sogar um maximal 20 Minuten verlängert.

Die vier Vorrunden-Letzten ermitteln die beiden Absteiger, die bei der WM 2008 in Kanada durch die Aufsteiger Slowenien und Frankreich ersetzt werden. Für die deutsche Mannschaft dürfte daher die Partie gegen Norwegen am 2. Mai (14.15 Uhr/ZDF) schon entscheidende Bedeutung für den Klassenverbleib haben.

Nach dem Turnier wird der Internationale Eishockey-Verband (IIHF) seine neue Weltrangliste erstellen. Für die Olympia-Qualifikation 2010 wird nach der WM 2008 in Kanada ein Schnitt gemacht. Wer in einem Jahr unter den ersten Neun der Weltrangliste ist, hat seinen Startplatz bei den Winterspielen in Vancouver sicher. Die restlichen drei Tickets werden in Qualifikations-Turnieren vergeben. Deutschland belegt zur Zeit lediglich Platz zwölf in der Weltrangliste.

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