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Ahlmann enttäuscht über neue Verhandlungen

Springreiter Christian Ahlmann ist enttäuscht, dass die Verhandlungen zu seiner Sperre neu aufgerollt werden. "Man weiß nicht mehr, woran man ist", sagte der 33-Jährige.

Als Christian Ahlmann das Schreiben vom Einspruch der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN in den Händen hielt, krochen in ihm wieder Frust und Enttäuschung hoch: "Jetzt muss ich mich erneut mit meinen Anwälten zusammensetzen, das Portemonnaie aufmachen und mich verteidigen", sagte der Springreiter mit Blick auf den nächsten Verhandlungs-Marathon.

Viel schlimmer als die Sperre oder die öffentliche Verurteilung ist mittlerweile die Ungewissheit, in der der Profi-Reiter lebt. Sollte die FN mit ihrem Einspruch vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne Recht bekommen, droht dem 33-Jährigen eine Sperre von mindestens acht Monaten bis April 2009. Nach jetzigem Stand muss der Marler in Folge der Verurteilung durch den Weltreiter-Verband FEI bis zum 18. Dezember pausieren. "Man weiß nicht mehr, woran man ist", sagte der Doppel-Europameister von 2003.

"Ich gehe davon aus, dass Christian Ahlmann beim CAS vorstellig werden muss und das Verfahren von vorne beginnt", sagte FN-Justiziar Joachim Wann. Der Verband hat den Antrag auf Einspruch gestellt, weil der Doping-Verdacht nicht ausgeräumt sei. Die Forderung einer Mindeststrafe von acht Monaten wurde aus einer voraussichtlichen Schuldangemessenheit errechnet. Bis Angang Dezember hat die FN Zeit, den Antrag zu begründen. Der CAS kündigte eine Entscheidung innerhalb der nächsten vier Monate an.

Ahlmann befürchtet ein Exempel

Ahlmanns Hoffnungen auf ein Umdenken beim Verband nach einigen Gesprächen in den vergangenen Wochen platzten damit wie Seifenblasen. "Der Druck der Öffentlichkeit ist so groß, dass der Verband Stärke zeigen muss", meinte Ahlmann. Der Springreiter glaubt, dass an ihm ein Exempel statuiert wird. Die breite Basis im deutschen Reitsport und der Fernsehpartner hatten zuletzt in der Doping-Debatte deutliche Signale gefordert.

Der langjährige Championatsreiter Ahlmann kann nicht verstehen, warum das Verfahren neu aufgerollt wird: "Es gibt doch keine neuen Beweise", sagte der Berufsreiter und bezeichnete die juristische Dauerfehde als "Schlachtfeld". In früheren Fällen habe die FN bei deutschen Reitern das Urteil des Weltverbandes auch akzeptiert. Auch im Ausland habe kein Verband Einspruch eingelegt. "Für mich ist das Ganze nicht nachvollziehbar, zumal gründlich ermittelt und untersucht wurde", kritisierte der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum (Riesenbeck) die Haltung der FN.

Ahlmann hatte bei den Ermittlungen der FEI glaubhaft vermitteln können, dass das bei Olympia bei seinem Pferd gefundene Mittel Capsaicin durch ein Pflegemittel (Equiblock) in den Körper gelangt war. Ein Doping-Vergehen, dass beim Auftragen von Capsaicin auf die Beine des Pferdes vorgelegen hätte, konnte nicht nachgewiesen werden. Neben Ahlmann wurden während Olympia bei Pferden von drei weiteren Springreitern das für den Wettkampf verbotene Capsaicin gefunden.

© SID

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