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Wettkampfsperre gegen Beerbaum

Springreiter Ludger Beerbaum ist von der Disziplinar-Kommission der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN mit einer Wettkampfsperre von vier Wochen bestraft worden. Den Zeitpunkt könne er sich aber selbst aussuchen.

Strafe gegen den viermaligen Springreit-Olympiasieger Ludger Beerbaum: Von der Disziplinar-Kommission der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN wurde Beerbaum für sein Vergehen gegen die Doping-Vorschriften bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen mit einer Wettkampfsperre von vier Wochen bestraft. Zudem wurde gegen Beerbaum eine Geldbuße von 1 000 Euro verhängt.

Wegen der langen Dauer des Verfahrens bis ins Frühjahr 2006 hinein könne der Reiter den Beginn der Sperre selbst bestimmen, damit ihm "in seiner sportlichen Disposition keine zusätzlichen Nachteile entstehen", hieß es. Die Wettkampf-Pause müsse jedoch spätestens sechs Monate nach Inkrafttreten der Entscheidung eingelegt werden, teilte die FN mit.

"Jetzt wird die Sau erneut durchs Dorf getrieben. Ich hoffe, dass der Fall damit endgültig vom Tisch ist", sagte Beerbaum, der per Fax unterrichtet worden war. Insgeheim hatte der 42-Jährige gehofft, dass "der Kelch an mir vorüber gehen würde". Nach den langwierigen Verhandlungen mit der Internationalen Reiterlichen Vereinigung FEI und dem Internationalen Sportgerichtshof CAS habe er darauf gesetzt, dass die FN auf eine Bestrafung verzichtet. "Doch da habe ich mich wohl getäuscht", meinte Beerbaum.

Bei Olympia in Athen wurden bei einer Medikationskontrolle bei Beerbaums Hengst Goldfever Rückstände des verbotenen Wirkstoffes Betamethason festgestellt. Der Hengst war vor und während der Spiele mit einer kortisonhaltigen Salbe behandelt worden. Die FEI hatte das als Vergehen gegen die Doping-Vorschriften gewertet und das Ergebnis gestrichen.

Auf den Bronzerang abgerutscht

Durch die Streichung des Ergebnisses rutschte die deutsche Equipe mit Marco Kutscher (Hörstel) mit Montender, Otto Becker (Sendenhorst) mit Cento und Christian Ahlmann (Marl) mit Cöster hinter den USA und Schweden auf den Bronzerang ab. Wegen eines "minderschweren Vergehens" war Beerbaum bereits zu einer Strafe von 2 250 Schweizer Franken verurteilt worden.

Wann Beerbaum die vierwöchige Sperre antreten wird, ließ der zweimalige Einzel-Europameister noch offen. "Auf jeden Fall nicht in der nächsten Zeit," sagte er mit Blick auf die Heim-WM in Aachen (20. August bis 3. September). Obwohl das langanhaltende Verfahren den Ausnahme-Reiter mittlerweile mehr als 100 000 Euro gekostet hat, ist der finanzielle Verlust nicht seine größe Enttäuschung: "Das Schlimmste ist, dass ich die Goldmedaille zurückgeben musste."

Bei der Urteilsbegründung im vergangenen September hatte die FEI Beerbaum zu Gute gehalten, dass Goldfever "mit der Hautsalbe keinen Wettbewerbsvorteil erlangt" habe und, dass "Beerbaum keine Leistungsbeeinflussung beabsichtigt hatte." Der erfolgreichste deutsche Springreiter der letzten zwei Dekaden wollte bei seinen Bemühungen in dem Fall vor allem erreichen, dass der Vorwurf der Leistungsmanipulation nicht an ihm haften bleibe.

© SID

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