Reiten Springreiten
Deutsche Springreiter-Equipe holt Bronze

Die deutsche Springreiter-Equipe hat bei der WM in Aachen im Nationenpreis die Bronzemedaille gewonnen. Gold sicherten sich vor 45 000 Zuschauern im erneut ausverkauften Reiterstadion erstmals die Niederlande.

Die deutsche Springreiter-Equipe hat bei der WM in Aachen nur Bronze statt wie erhofft Gold im Nationenpreis gewonnen. Die Mannschaft um den in der Einzelwertung auf Platz drei vorgerückten "Leitwolf" Ludger Beerbaum belegte nach Zeitspringen und zwei Umläufen im Nationenpreis mit 19,16 Strafpunkten den zweiten Platz und muss damit weiterhin auf das dritte Team-Gold in der WM-Geschichte nach 1994 und 1998 warten. Deutschland lag am Ende nur 0,01 Zähler vor dem Überraschungsteam der Ukraine, für die sich die gebürtige Deutsche Katharina Offel als Schlussreiterin den verhängnisvollen Zeitfehler leistete.

Vor 45 000 Zuschauern sicherte sich die Equipe der Niederlande (11,01 Punkte) am späten Donnerstagabend unter Flutlicht zum ersten Mal den Mannschaftssieg und kassierte dafür ein Preisgeld von 49 500 Euro. Insgesamt war der Nationenpreis mit 150 000 Euro dotiert. Den zweiten Rang belegten die USA (18,85).

Deutschen Reiter leicht verbessert

Die deutschen Reiter zeigten nach den schwächeren Leistungen an den ersten beiden Tagen leicht verbessert. Ludger Beerbaum (Riesenbeck) blieb mit seinem zehn Jahre alten Wallach L´Espoir wie schon an den beiden Tagen zuvor ohne Abwurf. "Ich bin super happy und positiv überrascht, wie konstant L´Espoir hier geht. Das stimmt mich für den Rest verdammt positiv", sagte der "Leitwolf, der mit seinem "Nuller" die Aufholjagd einleitete.

Christian Ahlmann (Marl) mit Cöster leistete sich am letzten Hindernis einen Fehler und blieb damit wie zuvor ohne Erfolgserlebnis. "Einfach scheiße, dass ich nicht null reiten kann", schimpfte der Doppel-Europameister von 2003, der damit in der Einzelentscheidung am Wochenende nicht mehr dabei sein wird. Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) ließ mit Shutterfly ihren ersten Nullfehler-Ritt folgen und meinte: "Wir geben nicht auf und kämpfen weiter." Den unrühmlichen Schlusspunkt setzte Marcus Ehning (Borken) mit Küchengirl, der mit seinem Wallach in die Mauer Ritt und aufgab.

Bundestrainer Kurt Gravemeier hat damit zum zweiten Mal in Folge bei einer WM sein großes Ziel von der Goldmedaille verpasst. Vor vier Jahren hatte seine Mannschaft im spanischen Jerez gar nur den vierten Platz belegt. Vor der Heim-WM in Aachen war die deutsche Mannschaft als Top-Favorit ins Turnier gegangen, konnten doch in den vergangenen Monaten alle großen Prüfungen gewonnen werden. Beim Großen Preis von Aachen brauchte Schlussstarter Marcus Ehning nicht mehr anzutreten, da die Entscheidung schon zuvor pro Deutschland gefallen war.

Nationenpreis bei der Heim-WM stand unter keinem guten Stern

Von Beginn an stand der Nationenpreis bei der Heim-WM für die Reiter aus dem Gastgeber-Land unter keinem guten Stern. Im Zeitspringen am Dienstag leistete sich die Mannschaft von Bundestrainer Kurt Gravemeier vier Abwürfe, am ersten Tag des Nationenpreises kamen drei Abwürfe und ein Zeitfehler dazu. Lediglich Routinier Ludger Beerbaum hielt sich schadlos und wahrte als Dritter mit 2,70 Punkten in der Einzelwertung seine Chance auf den ersten Gewinn des WM-Titels. In Führung liegt vor dem Halbfinale der besten 25 Reiter am Samstag und dem Vierer-Finale mit Pferdewechsel am Sonntag die US-Amerikanerin Beezie Madden mit Authentic.

Einen tränenreichen Abschied gab es in der Pause des Nationenpreises, als Championatsreiter Otto Becker aus Sendenhorst sein jahrelanges Top-Pferd Cento verabschiedete. Mit dem jetzt 17 Jahre alten Hengst war Becker im Jahr 2000 in Sydney mit der deutschen Mannschaft Olympiasieger geworden.

© SID

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