Reiten Turnier
Vielseitigkeits-Team weiter auf Gold-Kurs

Selbst einige Rückschläge im Geländeritt konnten die deutschen Vielseitigkeits-Reiter bei der Reit-WM nicht von Platz eins im Gesamtklassement stoßen. Mit 143,00 Strafpunkten führt das Team deutlich vor Großbritannien.

Die deutsche Vielseitigkeits-Mannschaft befindet sich bei der Reit-Weltmeisterschaft in Aachen weiter auf Goldmedaillen-Kurs. Selbst einige Schwächephasen im Geländeritt konnte das Team von Bundestrainer Hans Melzer nicht von der Spitzenposition im Gesamtklassement verdrängen.

Nach der zweiten von drei Disziplinen weisen die Deutschen 143,00 Strafpunkte auf und liegen damit klar vor Großbritannien (175,00) und den USA (190,10). Damit können sich die drei besten deutschen Starter im abschließenden Springen am Sonntag (14.00 Uhr) acht Abwürfe mehr erlauben als die zweitplatzierten Briten, ohne Platz eins zu verlieren. "Wir dürfen uns aber trotz des großen Vorsprungs nicht zu sicher sein", warnte Melzer.

Hoy verliert Führung in Einzelwertung

Vor 44 000 Zuschauern an der anspruchsvollen Strecke in der Soers verlor allerdings Ex-Europameisterin Bettina Hoy in der Einzelwertung die Führung. Die im englischen Gatcombe lebende Amazone wählte mit ihrem Schimmel Ringwood Cockatoo an zwei Stellen den längeren Weg und überschritt damit das vorgegebene Zeitlimit (11:12 Minuten) um 18 Sekunden. Damit fiel Hoy mit 43,70 Strafpunkten auf Rang zwei zurück.

"Ich bin dennoch zufrieden. Wir Mannschaftsreiter hatten die Order, sicher und möglichst fehlerfrei zu gehen. Deshalb habe ich zum Schluss auch zwei alternative Wege gehen müssen, um jedes Risiko zu vermeiden", sagte Hoy. Keinen guten Tag erwischte Ingrid Klimke (Münster), die sich mit ihrem 15 Jahre alten Wallach Sleep Late zwei Verweigerungen erlaubte und damit vom zweiten auf den 39. Platz zurückfiel. Die EM-Dritte lieferte mit 96,70 Zählern das Streichergebnis der vierköpfigen Mannschaft und hat keine Chance mehr auf die von ihr selbst eingepeilte Einzelmedaille.

Phillips: "Es ist alles perfekt gelaufen"

Die Führung in der Aachener Soers übernahm Europameisterin Zara Phillips aus Großbritannien. Die Queen-Enkelin und Tochter von Prinzessin Anne zeigte mit ihrem 13 Jahre alten Wallach Toy Town einen fehlerfreien Ritt und hat 41,70 Strafpunkte auf ihrem Konto. "Ich bin super zufrieden, es ist alles perfekt gelaufen", sagte Phillips.

Auf dem dritten Platz liegt Frank Ostholt (Warendorf/46,90) mit dem elf Jahre alten Wallach Air Jordan. Das Paar zeigte einen famosen Ritt und blieb im Zeitlimit. "Am Anfang ging Air Jordan etwas gegen die Hand. Er war sehr frisch, wollte unbedingt über die Hindernisse", sagte der Mannschaftsreiter.

"Ein großartiges Gefühl"

Der neben Hoy, Klimke und Ostholt vierte deutsche Mannschaftsreiter Hinrich Romeike (Nübbel) hatte für einen guten Auftakt gesorgt. Der Zahnarzt aus Schleswig-Holstein absolvierte die Strecke auf seinem zwölf Jahre alten Wallach Marius ohne Fehler im Zeitlimit und belegt in der Gesamtwertung mit 52,50 Strafpunkten den achten Rang. "Es war ein großartiges Gefühl, an den vielen Tausend Zuschauern vorbeizureiten", sagte Romeike.

Die beiden deutschen Einzelreiter kamen diesmal nicht so gut zum Zuge. Dirk Schrade (Warendorf) belegt mit der zwölf Jahre alten Stute Sindy den neunten Platz. "Die Richter haben mir 20 Strafpunkte für eine angebliche Verweigerung angekreidet, obwohl ich sicher war, dass es keine Verweigerung war", sagte er. Der am ersten Tag drittplatzierte Andreas Dibowski (Döhle) belegte mit der zwölf Jahre alten Stute Serve Well und 74,10 Strafpunkten den 22. Platz.

Derweil konnte Sonja Johnson aufatmen. Die australische Reiterin war nach einem Sturz zu Beginn mit ihrem Pferd Ringwould Jaguar zu Beginn des Rennens mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Ärzte diagnostizierten bei der Reiterin allerdings nur ein paar Prellungen, sodass der Krankenhaus-Aufenthalt nur von kurzer Dauer war.

© SID

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