Rudern WM
Hacker rudert in Eton zur Silbermedaille

Bei den Ruder-Weltmeisterschaften im englischen Eton hat Marcel Hacker die Silbermedaille gewonnen. Schneller als der Frankfurter war im Einer-Finale nur der Neuseeländer Mahe Drysdale in neuer Weltbestzeit.

Silber für Marcel Hacker bei den Ruder-Weltmeisterschaften in Eton. Der 29-Jährige aus Frankfurt sicherte sich auf dem Dorney Lake in einem packenden Einer-Finale nach Gold 2002 und Silber 2003 die dritte WM-Medaille seiner Laufbahn. In 6:35,49 Minuten landete Hacker nur eine Bootsspitze hinter dem siegreichen Neuseeländer Mahe Drysdale, der seinen Titel in Weltbestzeit (6:35,40) erfolgreich verteidigte. Bronze ging an den Tschechen Ondrej Synek.

Vierer ohne Steuermann holt Silber

Das spannende Skiff-Finale war der Auftakt zu einer Reihe wahrer Ruder-Krimis mit deutscher Beteiligung. Britta Oppelt und Susanne Schmidt (beide Berlin) schrammten im Doppelzweier als Zweite nur um 28 Hundertstel an Gold vorbei. Auch der Vierer ohne Steuermann gewann Silber. Das Boot lag teilweise auf dem sechsten Platz und rollte das Feld von hinten auf. Bronze ging an Nicole Zimmermann und Elke Hipler (Rostock/Hannover) im Zweier ohne Steuerfrau.

"Alle Boote haben sich kämpferisch hervorragend verkauft, kein einziges Boot hat heute enttäuscht. Zudem hat Marcel Hacker es allen gezeigt, dass er ein ganz starker Einer-Fahrer ist", sagte DRV-Sportdirektor Michael Müller. Allerdings war das Finale für Hacker ein ganz hartes Stück Arbeit. Kurz vor der Siegerehrung kollabierte er völlig entkräftet und kam erst nach einer Infusion wieder auf die Beine.

Hacker erwischt Blitzstart

"Ich habe nicht erwartet, dass das Rennen ein 2000-m-Spurt wird" sagte Hacker. Er selbst hatte mit seiner Taktik entscheidend dazu beigetragen. Mit einem Blitzstart brachte er mehr als eine Länge zwischen sich und den Neuseeländer. Erst ab 1 700 Metern konnte Drysdale den Rückstand verkürzen und Hacker die Goldmedaille noch entreißen. "500 Meter vor dem Ziel habe ich Zweifel gehabt, ob es reichen würde", sagte der Weltmeister.

Ähnlich knapp wie Hacker verpassten Susanne Schmidt und Britta Oppelt (beide Berlin) im Doppelzweier den Titel. Doch WM-Silber ist bereits ein voller Erfolg für die beiden Skullerinnen, die bei der WM erstmals gemeinsam im Boot saßen. Oppelt hatte zudem gesundheitliche Probleme im Laufe des Sommers. "Ein großes Kompliment an die beiden", sagte Müller.

Im emotionalsten Rennen des Tages holten die Gastgeber das ersehnte Gold im traditionsbeladenen Vierer ohne Steuermann. Das Boot, in dem noch vor wenigen Jahren der von Königin Elisabeth geadelte, fünfmalige Olympiasieger Sir Steven Redgrave gesessen hatte, verwies unter ohrenbetäubendem Lärm auf der Olympiaanlage für 2012 das junge deutsche Boot auf den Silberrang. Dabei hatte es lange Zeit für den Vierer um Schlagmann Filip Adamski sehr schlecht ausgesehen, ehe das Boot vom letzten Platz aus erfolgreich attackierte. "Respekt, die junge Truppe hat nicht die Nerven verloren", so Müller.

"Sie haben zu viel gewollt"

Leer ging lediglich der Zweier ohne Steuermann mit Andreas Penkner und Jochen Urban (Radolfzell/Krefeld) aus. Die beiden Youngster hatten mutig angegriffen und wurden am Ende bitter bestraft. "Sie haben zu viel gewollt, anstatt den dritten Platz zu sichern", sagte Müller."

Im nichtolympischen Bereich verzeichnete der DRV zwei weitere Medaillen. Im Leichtgewichts-Einer gewann Berit Carow aus Hamburg Silber, der leichte Männer-Achter holte ebenfalls Silber. Weitere Podestplätze sollen am Sonntag folgen. Vor allem der Achter hat die Hoffnungen auf einen WM-Titel mit seinem starken Halbfinale genährt. Auch der Frauen-Achter zählt zu den Medaillenanwärtern. Für die Doppelstarterinnen Zimmermann/Hipler könnte es nach ihrem Bronzeritt am Samstag dann erneut zur Siegerehrung reichen.

© SID

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