Schießen International
WM-Medaillensatz für deutsche Sportschützen

Dem Jubel über einen kompletten Medaillensatz bei der WM der Sportschützen am Freitag in Zagreb folgte die Enttäuschung im olympischen Wettbewerb mit der Sportpistole. Munkhbayar Dorjsuren verpasste das Podest knapp.

Die deutschen Teams gewannen am Freitag einen kompletten Medaillensatz bei der Sportschützen-WM in Zagreb, aber in der wichtigen olympischen Entscheidung zielte Titelverteidigerin Munkhbayar Dorjsuren als Fünfte am Podestplatz vorbei. Von Platz drei nach dem Vorkampf fiel die gebürtige Mongolin in ihrer Spezialdisziplin Sportpistole noch zurück. Sonja Pfeilschifter führte das deutsche Team im 60-Schuss-Liegendkampf derweil zur zweiten Goldmedaille im brütend heißen Kroatien - aber das war nur ein schwacher Trost.

"Der Wettkampf war einfach Mist. Natürlich wollte ich eine Medaille", meinte Munkhbayar Dorjsuren unglücklich. Mit 781,6 Ringen fehlten der noch unter den Nachwirkungen des Pfeifferschen Drüsenfiebers leidenden Sportsoldatin 3,6 Ringe zum zweiten deutschen Edelmetall in einer olympischen Disziplin. Gold gewann die Chinesin Ying Chen mit 792,8 Ringen vor ihrer Teamkollegin Fengji Fei (790,4) und Gundegmaa Otryad aus der Mongolei (785,2). Stefanie Thurmann (Frankfurt/Oder) verfehlte als Zwölfte einen Olympia-Quotenplatz nur um einen Ring. Als Trost blieb den Deutschen nur Bronze im nicht-olympischen Teamwettbewerb.

"Wir haben alle im Stillen mit einer Einzel-Medaille gerechnet, aber Munkhbayar hat nach einem halben Jahr Krankheitsausfall auch so toll geschossen", erklärte Pistolen-Bundestrainer Peter Kraneis. Am Ergebnis hatte auch die deutsche Teamleitung ihren Anteil, die Dorjsuren vor dem Wettkampf für ihre berechtigte Kritik am Mittelmaß-Denken einiger Schützen im deutschen Team angezählt hatte.

Die deutschen Sportschützen haben nach neun von 15 olympischen Entscheidungen damit bislang erst einmal Edelmetall dank Pfeilschifters Bronze im Dreistellungskampf auf dem Konto. Das von Sportdirektor Heiner Gabelmann ausgegebene Ziel von sechs Medaillen scheint unerreichbar, auch wenn der dreimalige Olympiasieger Ralf Schumann am Sonntag haushoher Favorit auf seinen dritten WM-Titel mit der Schnellfeuerpistole ist.

Ihr zweites Team-Gold in Zagreb holte Pfeilschifter gemeinsam mit Claudia Keck (Grünbach) und Dorothee Bauer (Speyer) mit 1 766 Ringen vor Kasachstan und der Ukraine mit 1 761 Zählern. Zudem gewannen die deutschen Juniorinnen am sechsten WM-Tag Silber in der Teamwertung des Dreistellungskampfes.

© SID

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