Schwimmen WM
Badehose und Badeanzug statt High-Tech

Der Schwimmsport kehrt zu Badehose und Badeanzug zurück. Die umstrittenen High-Tech-Anzüge werden dagegen ab dem 1. Januar 2010 verboten.

Raus aus den Wunderanzügen, wieder rein in die Badehosen und Badeanzüge: Die umstrittenen High-Tech-Anzüge im Schwimmsport werden ab 1. Januar 2010 der Vergangenheit angehören. Das entschied der Kongress des Weltverbandes Fina am Freitag am Rande der WM in Rom.

Demnach werden ab 2010 nur noch Badehosen und Badeanzüge in Textil bis oberhalb der Knie erlaubt sein. Bei den Frauen müssen die Anzüge schulterfrei sein. Statt der zunächst angedachten Lösung mit einer Hälfte Textil und einer aus Polyurethan, entschied sich der Fina-Kongress für die komplette Stoff-Lösung. Damit gehört das Wettrüsten im Schwimmen der Vergangenheit an.

"Wir werden weiterhin die Entwicklung der verschiedenen Materialien beobachten, doch es wird mehr Klarheit geben. Damit werden jetzt wieder mehr die technischen Leistungen, statt die Anzugsdebatte im Vordergrund stehen", sagte der neu gewählte Fina-Präsident Julio Maglione.

Bei den Athleten und Trainern stößt die Entscheidung auf Zustimmung. "Das ist das Ergebnis, das wir uns gewünscht haben", sagte Bundestrainer Dirk Lange.

Menschliche Leistung im Vordergrund

Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen hatte die Entwicklung in den vergangenen Jahren trotz ihres neuen Wunderanzuges Hydrofoil stets kritisiert. "Es ist schön, wenn die menschliche Leistung und nicht die Wissenschaft im Vordergrund steht", sagte Steffen. Rückenspezialist Helge Meeuw hatte noch bei den deutschen Meisterschaften in Berlin über die "Plastik-Müllbeutel" geschimpft. Auch der dreimalige Olympiasieger Michael Groß hatte eine Rückkehr zur "guten alten Badehose" gefordert.

Mehr als 180 Nationen stimmten am Freitag bei nur sieben Gegenstimmen für die Rückkehr zu Badehose und Badeanzug. Das Fina-Präsidium muss nun noch die genauen Bestimmungen ausarbeiten.

Rekordflut

Die Entwicklung der High-Tech-Anzüge hatte zu einer wahren Rekordflut geführt. So hatte es im Olympia-Jahr 2008 gleich 133 Weltrekorde gegeben. In diesem Jahr ist bereits vor der WM die Grenze von 25 Bestmarken überschritten worden.

Eine Neuerung wird es dafür im nächsten Jahr bei den Startblöcken geben. Die neuen Blöcke haben eine Schräge und ermöglichen den Schwimmern ähnlich wie in der Leichtathletik ein stärkeres Abdrücken beim Start.

© SID

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