Schwimmen WM
Lurz macht WM-Hattrick perfekt

Langstreckenkönig Thomas Lurz hat zu Beginn der Schwimm-WM in Melbourne seinen Titel-Hattrick über 5km perfekt gemacht. Zuvor hatte Britta Kamrau-Corestein über die gleiche Distanz Bronze nur knapp verpasst.

Thomas Lurz hat zu Beginn der Schwimm-WM in Melbourne die Konkurrenz einmal mehr dominiert. Der Langstreckenkönig feierte über 5km seinen Titel-Hattrick. Der 27 Jahre alte Würzburger triumphierte in der Bucht vor St. Kilda in 56:49,6 Minuten und verwies dabei den Tschechen Jewgeni Drattsew (56:50,7) sowie den lange führenden Griechen Spyridon Gianniotis (56:56,6) auf die Plätze zwei und drei. Der Mainzer Christian Hein belegte mit 21,9 Sekunden Rückstand Rang zehn.

Nach dem glorreichen WM-Auftakt kletterte Langstrecken-König Thomas Lurz aus dem Meer, schritt am Strand von St. Kilda durch das schwarz-rot-goldene Spalier der gesamten deutschen Schwimm-Mannschaft und genoss die Glückwünsche von allen Seiten. "Es ist ein super Gefühl, dass mich alle so unterstützt haben. Ich hoffe, dass mein Sieg dem ganzen Team hier in Australien einen Schub gibt", sagte der Würzburger und strahlte mit der Sonne um die Wette.

Britta Kamrau-Corestein untröstlich

Nur Britta Kamrau-Corestein war untröstlich. Die Rostockerin hatte Bronze um eine Zehntelsekunde verpasst: "Ich bin klar behindert worden", sagte die Weltcup-Gesamtsiegerin von 2006 und konnte Tränen der Enttäuschung kaum unterdrücken.

Lurz hingegen machte mit einer taktischen Meisterleistung und einem langgezogenen Schlussspurt den Titel-Hattrick über die 5km perfekt und schwang sich mit seinem fünften WM-Gold außerdem zum erfolgreichsten Langstreckler aller Zeiten auf. "Ich denke, dass mir meine Erfahrung zugute gekommen ist", erklärte der Student der Sozialarbeit, der wie bei der EM und WM vor einem Jahr weiter vom erneuten Doppel-Triumph träumen kann.

Von einem Nimbus der Unbesiegbarkeit wollte Lurz aber nichts wissen. "Eine Sieggarantie habe ich nicht", blieb er vor dem Start am Mittwoch (2.00 Uhr MEZ) über die 2008 in Peking erstmals olympische 10-km-Strecke zurückhaltend: "Dieses Rennen hat wegen Peking einen besonderen Stellenwert, das wollen alle gewinnen - und bei dem Wellengang wird das eine brutale Schlacht."

Lurz sicherte sich zugleich die erstmals vom Weltverband Fina ausgezahlte Siegprämie von 12 000 Dollar. "Dieses Geld nehme ich natürlich gerne mit", sagte er und konnte selbst die nach dem Rennen abhanden gekommene Trainingshose verschmerzen. Für die Siegerehrung half Bruder und Trainer Stephan kurzfristig aus.

"Eine großartige Leistung"

Ein Sonderlob gab es von Örjan Madsen. "Das war eine großartige Leistung", sagte der Sportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), der wie sein gesamtes Team zur Unterstützung nach St. Kilda gekommen war. In der zweiten WM-Hälfte geht Lurz auch bei den Becken-Wettkämpfen über 1500m Freistil an den Start. In der umfunktionierten Rod-Laver-Arena könnte aus dem "Lurz-Clan" dann aber vor allem seine Schwägerin Annika im Rampenlicht stehen, die über 200m Freistil den Weltrekord von Franziska van Almsick im Visier hat.

Britta Kamrau-Corestein fühlte sich nach ihrem vierten Platz über 5km unterdessen einmal mehr benachteiligt und erhob schwere Vorwürfe gegenüber der drittplatzierten Lokalmatadorin Kate Brookes-Peterson. "Sie hat mich beim Schlussspurt klar behindert. Erst hat sie mich an den Beinen gezogen und mir dann noch meine Schwimm-Brille vom Kopf gerissen."

Auf einen Protest verzichtete die Blondine aber. Nach einem Foto-Finish fehlte ihr in 1:00:47,7 Minuten eine Zehntel zu Bronze. Ihren vierten WM-Titel in Folge über die 5-km-Strecke sicherte sich die 18 Jahre alte Russin Larisa Ilschenko (1:00:41,3) vor ihrer Landsfrau Jekaterina Seliwerstowa (1:00:43,6). Stefanie Biller aus Burghausen landete mit 18,9 Sekunden Rückstand auf Rang 19.

Kamrau hat schon am Dienstag (2.00 Uhr MEZ) die Chance zur Wiedergutmachung. Dann geht sie über 10km ebenso als Mitfavoritin an den Start wie die Mainzerin Angela Maurer, die im Vorjahr nach ihrer Babypause mit Doppel-Gold bei der EM in Budapest sowie dem WM-Triumph über 25km in Neapel ein grandioses Comeback gefeiert hatte.

© SID

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