Schwimmen WM
Pietsch schwimmt in Rekordzeit zum WM-Titel

Janine Pietsch ist in deutscher Rekordzeit zum Weltmeistertitel über 100m Rücken geschwommen. Die 23-Jährige siegte bei der Kurzbahn-WM in Schanghai mit der Zeit von 58,02 Sekunden vor Tayliah Zimmer und Chang Gao.

Janine Pietsch hat sich bei den 8. Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Schanghai neben einem neuen deutschen Rekord ihren ersten internationalen Titel geholt und dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) das erste Gold beschert. Die 23-Jährige aus Ingolstadt triumphierte über 100m Rücken in 58,02 Sekunden und verbesserte ihre eigene Bestmarke vom Vortag aus dem Halbfinale noch einmal um 29 Hundertstel.

Meeuw holt überraschend Bronze - Rupprath geht leer aus

Zudem sorgte Youngster Helge Meeuw aus Wiesbaden in 51,63 Sekunden als Dritter über 100m-Rücken für eine faustdicke Überraschung. Thomas Rupprath musste über 100m-Schmetterling mit dem undankbaren vierten Platz vorlieb nehmen. Dabei schwamm der Hannoveraner in 51,56 Sekunden nur um drei Hundertstel an Rang drei vorbei. Einen Europarekord stellte zum Abschluss des zweiten Wettkampftages in 6:59,08 Minuten die 4x200m-Freistilstaffel der Italiener auf.

Pietsch ließ nach ihrem Sieg der Freude freien Lauf. "Ich habe gedacht, ich gebe mein Bestes und schaue, was dabei herauskommt. Dass es Gold geworden ist, ist natürlich ein Traum", sagte die EM-Dritte mit einem strahlenden Lächeln. Im Endlauf konnte die 1,88 Meter große Modell-Athletin nochmal zulegen und verwies die Australierin Tayliah Zimmer (58,27) sowie Lokalmatadorin Chang Gao (58,74) auf die Plätze zwei und drei.

Nun kann sich Pietsch in der "Magnolienblüte" von Schanghai sogar mit Doppel-Gold schmücken, denn über 50m-Rücken am Samstag ist die gebürtige Berlinerin eigentlich noch stärker einzuschätzen. Auf ihrer Paradestrecke hält sie auch den Weltrekord auf der Langbahn. Zudem konnte sich Pietsch nach krankheitsbedingten Rückschlägen in der Vergangenheit diesmal ohne Probleme auf die Titelkämpfe vorbereiten.

"Das ist Wahnsinn"

Meeuw sicherte sich mit einem fulminanten Schlussspurt wie Rupprath vor zwei Jahren Bronze über 100m-Rücken. "Das ist Wahnsinn, damit hätte ich nie gerechnet", sagte der 21-Jährige, der die Familientradition fortsetzt. Vater Folkert schaffte bei Olympia 1976 in Montreal den Einzug ins Finale. Mutter Jutta blieb unter ihrem Mädchennamen Weber vor 33 Jahren in München als erste westdeutsche Schwimmerin über 100m-Freistil unter einer Minute.

In 51,63 Sekunden teilte sich Meeuw den dritten Platz mit dem zeitgleichen US-Amerikaner Randall Bal. Gold gewann der Australier Matthew Welsh (51,09) vor dem Olympia-Zweiten Markus Rogan aus Österreich (51,48).

Rupprath hatte nach Platz neun im Vorlauf auf einen weiteren Start über 100m-Rücken verzichtet, um sich ganz auf die Schmetterling-Strecke zu konzentrieren. Doch die Rechnung ging nicht auf, beim Anschlag trennte den 29-Jährigen nur ein Wimpernschlag von US-Amerikaner Jayme Cramer auf Rang drei.

Während der Brasilianer Kaio Almeida (51,07) vor Albert Subirats aus Venezuela (51,23) Gold holte, liegen die Hoffnungen von Rupprath nun vor allem auf den 50m-Rücken, wo er am Freitag in den Vorläufen als Titelverteidiger an den Start geht. "Edelmetall erhoffe ich mir da schon", meinte der Schwimm-Profi, der bei der WM vor zwei Jahren in Indianapolis mit Gold, Silber und Bronze die gesamte Medaillenpalette abgeräumt hatte.

Liebs konzentriert sich auf 200m-Distanz

Als Vierte im DSV-Quartett sagte Annika Liebs ihren Start über 100m-Freistil kurzfristig ab. Die 26 Jahre alte Würzburgerin legt ihr Augenmerk nun ganz auf die 200m-Rücken am Freitag und 200m-Freistil am Sonntag. Über 200m-Freistil war Liebs vor zwei Wochen auf der Langbahn in 1:58,78 Minuten eine Top-Zeit geschwommen. So schnell war seit Franziska van Almsick keine deutsche Schwimmerin. Über 200m-Rücken geht Liebs als aktuelle EM-Dritte an den Start.

© SID

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