Schwimmen WM
Schwimm-WM setzt im DSV-Team Emotionen frei

Am sechsten Tag der Schwimm-WM in Melbourne gab es für die deutschen Wasserspringer eine Bauchlandung. Besser geht es dagegen den Wasserballerinnen und Schwimmerin Britta Steffen, die auf ihren Einsatz brennt.

Zwischen Freude und Enttäuschung schwanken die Stimmungen im deutschen Lager am sechsten Tag der Schwimm-WM in Melbourne: Tränen der Enttäuschung bei Wasserspringerin Heike Fischer, Erleichterung bei den Wasserballerinnen und Vorfreude bei Goldhoffnung Britta Steffen.

Fischer weinte nach dem geplatzten Traum von einer erneuten WM-Medaille im Halbfinale vom 1-m-Brett hemmungslos. "Ich weiß nicht wie das passieren konnte", meinte die zierliche Blondine aus Leipzig wie paralysiert.

Selbst Mutter Margit, bei der Heike Fischer seit einem Jahr trainiert und die vor 30 Jahren EM-Bronze gewonnen hatte, konnte kaum Trost spenden. Dabei wollte die 24-Jährige wie bei ihrem dritten Platz 2005 in Montreal wieder auf das Podium springen, doch mit 249,15 Punkten reichte es nur zu Rang zehn. Auch Vize-Europameisterin Ditte Kotzian aus Berlin verpasste als Neunte (255,80) den Sprung ins Finale und damit einen begehrten Quotenplatz für Olympia im nächsten Jahr in Peking.

Im Finale mussten beide tatenlos zusehen, wie Zi He Gold gewann. Die Chinesin triumphierte mit 316,65 Punkten vor Titelverteidigerin Blythe Hartley aus Kanada (311,20) und der Russin Julia Pachalina (304,60).

Deutsche Springer chancenlos

Lehrgeld zahlen musste auch Christian Löffler vom 3-m-Brett. Im Halbfinale belegte der Rostocker mit 315,45 Punkten den 18. und letzten Platz. WM-Debütant Patrick Hausding aus Berlin war als 24. mit 375,95 Zählern nicht über den Vorkampf hinausgekommen.

Einen weiteren chinesischen Sieg machte bei den Männern Kai Qin mit 545,35 Punkten perfekt. Silber sicherte sich Titelverteidiger Alexandre Despatie (Kanada/518,65) vor dem früheren Champion Dimitri Sautin aus Russland (517,10).

Erster Erfolg für Wasserballerinnen

Die Wasserballerinnen behielten im entscheidenden letzten Spiel der Vorrundengruppe A hingegen die Nerven und qualifizierten sich durch das 11:4 (4:0, 2:0, 2:0, 3:4) gegen China für die Medaillenrunde der besten zwölf Teams. Beste Werferin gegen die Mannschaft aus dem Reich der Mitte, die bei einer WM noch kein Spiel gewonnen hat, war die Bochumerin Katrin Dierolf mit fünf Toren. "Uns sollte keiner abschreiben, jetzt geht das Turnier erst richtig los", meinte Bundestrainer Bernd Seidensticker einen Tag vor seinem 47. Geburtstag kämpferisch.

Los geht es für Steffen am Sonntag mit den Becken-Wettkämpfen, und die sensible Weltrekordlerin und viermalige Europameisterin fühlt sich dem großen Druck zum Trotz gewappnet. "Ich bin gut vorbereitet und freue mich, dass es endlich losgeht", sagte die 23 Jahre alte Berlinerin, die zuletzt die Öffentlichkeit konsequent gemieden hatte, auf einer DSV-Pressekonferenz.

Gleich eine Medaille im Visier

Zum Auftakt hat Steffen gleich mit der Weltrekordstaffel über 4x100 m Freistil "eine Medaille" als Ziel. DSV-Sportdirektor Örjan Madsen nahm zugleich etwas den Druck von Steffens Schultern. "Eine alleine kann nichts aus dem Feuer reißen", sagte der Norweger, der sich bereits auf die Besetzung der Staffel festgelegt hat. Neben Steffen werden Annika Lurz (Würzburg), Petra Dallmann (Heidelberg) und Daniela Samulski (Wuppertal) für die DSV-Auswahl antreten. Im Vorlauf wird Samulski von der Frankfurterin Meike Freitag vertreten.

Zu den ständigen Doping-Diskussionen um ihre Person meinte Steffen: "Ich kann mich nur so häufig wie möglich testen lassen, um zu zeigen, dass ich sauber bin." Auch für den Showdown über die 100m Freistil, über die sie im Vorjahr bei der EM in Budapest in 53,30 Sekunden Weltrekord geschwommen war, fühlt sich die 23-Jährige gut gerüstet. "Ich habe mir zwar keine spezielle Zeit vorgenommen, aber ich trage das Ziel in meinem Innern", sagte Steffen.

© SID

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