Segeln America's Cup
Eine englische Mission

Die erfolgreichste Segelnation der Welt hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Nur der America's Cup fehlt noch in der englischen Sammlung. Das neue Teamorigin soll das ändern und den Pokal "nach Hause" bringen.

Eigentlich darf sich England mit Fug und Recht als die erfolgreichste Segelnation der Welt bezeichnen: Sowohl in Sydney 2000 als auch vier Jahre später in Athen holte kein anderes Land so viele olympische Medaillen. Die britische Segelwelt wäre in Ordnung, gäbe es nicht den America's Cup. Regelmäßig scheitern die Engländer dort kläglich - 2007 vor Valencia waren sie erst gar nicht dabei.

Eigentlich sollte das neu gegründete Teamorigin daher nur wenig Druck verspüren, wenn es 2009 zu seiner mit Spannung erwarteten Premiere antritt. Schon der Start ist ein Erfolg. Doch die Erwartungshaltung in der Heimat ist riesig. Die alte Formel "Britannia, rule the waves" steckt noch immer in den Köpfen. Und stammt nicht sogar der America's Cup eigentlich aus England?

Vergebliche Anläufe auf den Cup

1 851 war es, als die Engländer bei der Premiere stolze 14 Schiffe ins Rennen um die Insel Wight schickten. Einziger Gegner: Die "America", ein 30 Meter langer Schoner des New York Yacht Club. Doch die Amerikaner gewannen und nahmen den Pokal mit in die USA. In seine Heimat ist der Cup bis heute nicht zurückgekehrt.

Anläufe gab es genug. Nach 1 851 stand noch neunmal ein britisches Boot im Finale, zum Titel reichte es aber nie. Zuletzt unterlag 1964 die "Sovereign" der US-Yacht "Constellation" deutlich mit 0:4. Die späteren Projekte schafften es erst gar nicht bis ins Finale. 2003 flog die GBR Challenge, die erstmals seit 1987 wieder präsent gewesen war, bereits im Viertelfinale raus.

Hoffnungen ruhen auf Sanderson und Mills

Mit dem Team Origin soll nun alles besser werden. Die Köpfe der Kampagne sind Teamdirektor Mike Sanderson, siegreicher Skipper des Volvo Ocean Race und Weltsegler des Jahres 2006, und Sir Keith Mills. Letzterer brachte es mit einer Firma für Flugmeilen-Programme zu Reichtum, führte die Londoner Olympia-Bewerbung für 2012 zum Erfolg und pumpt nun kräftig Geld in die Mannschaft.

Der Start jedenfalls ist geglückt. Schon im Januar begannen die Vorbereitungen, angesichts des engen Zeitfensters ein enormer Vorteil gegenüber anderen Neuankömmlingen. Mit der SUI 75 von Titelverteidiger Alinghi kaufte Sanderson zudem ein erstklassiges Boot, als Vertreter wählte das Team keinen Geringeren als den Royal Thames Yacht Club.

Kein Wunder also, dass die mit einem jährlichen Budget von geschätzten 35 Mill. Euro ausgestatteten Briten schon vor dem ersten Training als potenter Herausforderer für den nächsten Cup galten. Geldgeber Mills hört das gerne. "Unser Ziel ist es, den Cup zu gewinnen und zurück in britische Gewässer zu bringen", lautet seine Vorgabe. Fest steht jedenfalls schon heute: Für die selbsternannte Seefahrernation würde ein langer Traum in Erfüllung gehen.

© SID

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