Segeln America's Cup
Schümann: "Wir wollen zu den Topteams gehören"

Mit großen Zielen geht Jochen Schümann seine neue Aufgabe als sportlicher Leiter des United Internet Team Germany an. "Wir wollen schon in zwei Jahren zu den Topteams gehören", so Schümann im aktuellen Interview.

Der verlorene Sohn kehrt heim: Am Mittwoch wurde in Starnberg Jochen Schümann als neuer Teamchef des United Internet Team Germany vorgestellt. Im aktuellen Interview spricht der dreimalige Olympiasieger über seine Aufgaben und Ziele sowie die Rückkehr nach Deutschland.

Frage: "Erfüllt sich für Sie mit dem Wechsel zum deutschen Team ein Traum?"

Schümann: "Ich freue mich natürlich sehr, dabei zu sein. Wer mich kennt weiß aber, dass ich kein Träumer bin. Für Träume haben wir keine Zeit."

Frage: "Mussten Sie lange überlegen?"

Schümann: "Nein. Ich habe schon lange darüber nachgedacht."

Frage: "Warum hat es erst jetzt geklappt?"

Schümann: "Als ich 1997 nach drei Olympiasiegen in den America's Cup gegangen bin, gab es noch kein deutsches Team. Ich musste den Umweg über die Schweiz gehen. Auch da hatten wir übrigens einen schweren Start. Die erste Kampagne war ein Desaster. Heute reden weltweit alle über Alinghi. Das kann ein Beispiel für uns sein."

Frage: "Was macht Sie so zuversichtlich?"

Schümann: "Es gibt eine ideale Ausgangsposition. Es gibt neue Boote, alle Teams müssen neue Wege finden. Keiner kann auf dem bisherigen Stand weitermachen. Das ist eine Riesenchance für uns, wie ein Neustart und eine Chance zu Rehabilitation für ein Team, das sich höheren Ansprüchen stellt."

Frage: "Wie lautet Ihre Zielsetzung?"

Schümann: "Wir wollen schon in zwei Jahren zu den Topteams gehören. Darum haben wir auch das Boot der Alinghi gekauft. Wir haben meiner Meinung nach die Chance, die Vorregatten 2008 mit einem erstklassigen Boot zu segeln. Außerdem wollen wir in den nächsten Jahren eine Plattform für eine langfristige Zukunft schaffen."

Frage: "Werden Sie als Teamchef auch an Bord gehen?"

Schümann: "Definitiv. Die Entwicklung der Technologie passiert nun einmal auf dem Schiff. Im Training werde ich daher dabei sein. Wer dann bei den Regatten segelt, wird sich später entscheiden. Ich werde sehen, wo ich meinen Platz finde."

Frage: "Welche personellen Änderungen wird es geben?"

Schümann: "Wir wollen natürlich weiter investieren und haben das schon getan. Wir wollen Erfahrung ins Team holen. Viele Deutsche sind bereits in verschiedensten Aufgaben in den America's Cup involviert, oft namenlos. Die kennen wir. Wir werden prüfen, wie die zu uns passen."

Frage: "Welche Segler haben Sie auf der Liste?"

Schümann: "Wir haben die Kontakte, kennen unsere Pappenheimer. Die kontaktieren uns, und wir kontaktieren die. Aber es wird keine deutsche Quote geben. Wir werden die Leute nach ihren Kompetenzen anheuern. Insgesamt wollen wir ein internationales Team sein. Frei nach dem Motto 'International campaign - German brain'."

Frage: "Wie sieht die Planung für die kommenden Monate aus?"

Schümann: "Das neue Boot wird derzeit schon aus dem Lager der Alinghi bewegt, die Maler warten bereits. Ich denke, Anfang Oktober kann das Boot das Ufer wechseln, dann wird es mit dem Training losgehen. Wir werden mehr machen müssen, als die etablierten Teams."

Frage: "Wie sehen Sie die Konkurrenz?"

Schümann: "Der stärkste Neuling werden sicher die Engländer sein, die sich ja auch Teamorigin nennen und den Cup zu seinem Ursprung zurückholen wollen. Wir sind also nicht die einzigen, die mit großen Erwartungen angreifen."

© SID

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