Segeln America´s Cup
Weitere Niederlage für Team Germany

Auch die spanische Yacht Desafio Espanol erwies sich für das United Internet Team Germany bei der Herausforderer-Runde für den 32. Ameica´s Cup als zu stark. Die Crew von Skipper Jesper Bank lag 52 Sekunden zurück.

Das deutsche Segel-Syndikat United Internet Team Germany muss bei der Herausforderer-Runde für den 32. America´s Cup in Valencia weiter auf den zweiten Sieg warten. Die 17-köpfige Crew um den dänischen Skipper Jesper Bank wurde von der spanischen Desafio Espanol um 52 Sekunden distanziert. Bisher gewann der erste deutsche Teilnehmer in der 156-jährigen Veranstaltungsgeschichte nur gegen Außenseiter Team China.

"Ich leide ein bisschen mit"

Die deutsche Niederlagenserie schlägt auch Jochen Schümann aufs Gemüt. "Ich leide da schon ein bisschen mit", sagte der Sportdirektor des Schweizer Titelverteidigers Alinghi nach der Pleite der Deutschen gegen die Desafio Espanol: "Sie sollten noch ein paar Rennen gewinnen. Es bestehen durchaus Chancen. Skipper Jesper Bank ist ein guter Segler, und er hat einige gute Jungs um sich herum."

In bisher acht Rennen verbuchte das Team Germany nur einen Erfolg gegen das Team China. Die sieglosen Asiaten sind aber ohnehin der "Prügelknabe" des Feldes. "Manchmal braucht man diese Gesellenstücke, die man am liebsten vergessen würde. Die gehören aber dazu, wenn man Meister werden will", sagte Schümann. Mit der chronisch unterfinanzierten Schweizer Kampagne Fast 2000 musste der Penzberger vor sieben Jahren ähnlich leidvolle Erfahrungen machen wie der deutsche Cup-Debütant jetzt.

Pleiten-Serie liegt nicht am Budget

Fehlendes Geld ist beim Team Germany aber nicht das Problem. Mit einem Budget in Höhe von 50 Mill. Euro liegt man im Mittelfeld der elf Mannschaften umfassenden Challenger-Gruppe. "Sie haben ihre Herausforderung erst sehr spät abgegeben. Vieles, was jetzt fehlt, wurde in den Vorjahren verpasst. Einige Querelen haben das Arbeiten verhindert", sagte Schümann. So rieb man sich beim Team Germany zeitweise durch Scharmützel in der Führungsetage auf. Ein zielgerichtetes Vorantreiben des deutschen Projektes scheint erst seit rund eineinhalb Jahren möglich - zu spät für große Erfolge.

"Der Faktor Zeit ist beim America´s Cup mindestens so wichtig wie die Größe des Budgets oder die Verpflichtung der richtigen Leute", beschrieb Schümann das Dilemma des deutschen Teilnehmers und fand dennoch lobende Worte für die Initiatoren der Kampagne. "Dass die Mannschaft dabei ist, ist auch schon ein Erfolg." Zuvor waren zahlreiche Versuche, eine deutsche Mannschaft an den Start zu bringen, gescheitert.

Zwei Rennen am Freitag

Am Freitag hat das Team Germany weitere Gelegenheiten für die geplante Folgekampagne zu werben. In der französischen Areva Challenge (14.15 Uhr) und der italienischen +39-Challenge (16.30 Uhr) warten zwei durchaus schlagbare Gegner. Zum Ende der Round Robin 1 könnten die Ambitionen auf den angestrebten achten Platz des Gesamtklassements also doch noch einmal unterstrichen werden.

Für den nächsten Cup träumen die Deutschen derweil von einer Kampagne mit Schümann in verantwortlicher Position. Der dreimalige Olympiasieger hält sich bedeckt. "Damit beschäftige ich mich noch nicht", meinte der 52-Jährige: "Das Team müsste wettbewerbsfähig sein. Im Sport geht es schließlich ums Gewinnen."

© SID

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