Segelsport
„Team Germany“ segelt nicht mehr

Der ehrgeizige Versuch, mit einem deutschen Boot beim America´s Cup teilzunehmen, ist gescheitert. Das Segelsyndikat wird zum Monatsende aufgelöst, haben die drei Hauptsponsoren beschlossen. Grund ist der offene Streit um die Regularien des Cups.

HB INGOLSTADT. Das deutsche Segel-Syndikat „Team Germany“ wird zum Monatsende aufgelöst. Das beschlossen auf einer Krisensitzung in Ingolstadt die drei Hauptsponsoren. Wegen Unsicherheiten über die Zukunft des ältesten Hochseesegel-Wettbewerbs der Welt, dem America’s Cup, werden alle Ende März auslaufenden Verträge nicht verlängert.

Das ehrgeizige Versuch, mit einem deutschen Boot an der prestigeträchtigen Segel-Rennserie teilzunehmen ist somit gescheitert, bevor es seine Wettkampftauglichkeit testen konnte. Erst im vergangenen Jahr hatte das „Team Germany“ mit hohem finanziellen Aufwand den zweimaligen America's-Cup-Gewinner Jochen Schümann als Sportdirektor ins Boot geholt. Zusätzlich wurden weitere prominente deutsche Segler wie Tony Kolb und Tim Kröger sowie der Deutsch-Pole Karol Jablonski als Steuermann verpflichtet.

Derzeit ist nicht absehbar, wann zum 33. Mal um die Silberkanne ohne Boden gesegelt wird. Seit Wochen überfällig ist eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes in New York, der über die Regularien des neuen Wettbewerbs zu befinden hat.

Über diese Modalitäten ist ein Rechtsstreit zwischen dem Schweizer Cupverteidiger „Alinghi“ und dem US-Syndikat „BMW Oracle Racing“ entbrannt, der bereits am letzten Tag des 32. America’s Cups zu schwelen begann, als Alinghi den spanischen Yachtklub „CNEV“ zum neuen Herausforderer ernannte.

Im Prinzip geht es um das Regelwerk des Cups. Nach der Stiftungsurkunde für die Regatta, der „Deed of Gift“, muss der Verteidiger innerhalb von zehn Monaten Zeit und Ort des neuen Wettkampfs benennen. Weiter handelt er mit seinem Herausforderer das genaue Regelwerk aus. Darin stehen Einzelheiten der Regatta, zum Beispiel, wie, wann und mit welchen Booten das Rennen auszutragen ist.

Den Club Náutico Español de Vela (CNEV) zu erwählen, erwies sich allerdings als illegal, denn der Club war nur gegründet und dann zum Herausforderer gekürt worden, um nicht mit anderen Teams verhandeln zu müssen. Der Golden Gate Yacht Club (GGYC), Partnerclub von BMW Oracle, hatte daraufhin vor Gericht Klage erhoben. Die Richter gaben der Klage in erster Instanz statt. Kurz darauf legten allerdings Alinghis Anwälte Einspruch ein. Seither bewegt sich gar nichts mehr.

Die Amerikaner teilten daher unlängst mit, nicht länger eine konventionelle Cup- Regatta mit allen Herausforderern anzustreben. Stattdessen forderten sie Alinghi zum Duell heraus. „Wir richten uns auf eine Multihull-Regatta im Jahr 2008 ein“, sagte Skipper Russell Coutts.

Die Deutschen wie weitere elf Herausforderer sind somit zum Zuschauen gezwungen. Eine kleine Kerntruppe wird möglicherweise im Sommer an einer Grand-Prix-Serie teilnehmen. Ob diese Rennen aber tatsächlich stattfinden, ist derzeit noch fraglich.

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